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Nachrichten/2014-04-27

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Version vom 3. Dezember 2014, 14:20 Uhr von Raimund Liebert (Diskussion | Beiträge)
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Bericht: Big Fat Brussels Meeting 2014-04-27
Big Fat Brussels Meeting. Bild: Hubertl, CC BY-SA 3.0
Brüssel ist eine Reise wert, das ist ein zumindest persönliches Fazit. Nur wird es jedem Wikimedia-Fotografen gleich aufstoßen, dass er in der Wahl seiner Motive sehr eingeschränkt ist. Wie in Frankreich (und in etwa 50% aller Länder der EU) gibt es keine Panoramafreiheit. Ein Umstand, der einem Bewohner der Insel der Seligen geradezu in Rage versetzt. Man beschränkt sich halt auf Motive, welche alles außen vor lässt, was auch nur im Geringsten den Anschein erwecken könnte, Recht und Gesetz zu verletzen. Und das ist in der Mehrzahl aller Motive der Fall.

Und genau das war eines der Hauptthemen bei diesem zweiten Big Fat Brussels Meeting, welches mit wechselnd 12-14 Teilnehmern aus 8 verschiedenen EU-Staaten (England, Niederlande, Österreich, Deutschland, Estland, Italien, Frankreich, Bulgarien) sehr breitgefächert besetzt war. Dazu natürlich auch Wendy the Weasel als Co-Hoster, dessen kuschelige Staatsangehörigkeit nicht genau zu eruieren ist. Ich selbst tippe auf irgendwo in Ostasien, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Dimi, unser Mann für freies Wissen in Brüssel, hat in seiner unnachahmlich heiteren Art von seiner Arbeit in Brüssel als Lobbyist für freies Wissen einen Einblick gegeben was es bedeutet, sich mit europäischer Politik auseinanderzusetzen. Wenn man wie in Österreich eher die kurzen Wege gewöhnt ist, dann werden in Brüssel die Wege endlos lang. Bei einem Podiumgespräch über Freies Wissen in einem Konferenzsaal des Thon-Hotels (kein Foto des Hotels, da keine Panoramafreiheit), bei dem die üblichen Beteiligten des Themas anwesend waren wie zwei Vertreter der Europäischen Kommisssion, Marco Giorello und Krzysztof Nichczynski, Rossitza Atanasova von der British Library, Gwen Frank von Open Access Belgium, Tijy D´ Hoest, Generalsekretär der UNESCO, Rony Vissers, PACKED VZW, und als standhafter Gegenpol Enrico Turrin von der European Federation of Publishers, der das Thema Panoramafreiheit nur mit der Verarmung der Autoren kontern konnte. Um es den Anwesenden am Panel verständlich zu machen, wurde jeder von ihnen mit einem WLM-AT-Kalender zuzüglich einer Wikipediaschoko (lol)lade versorgt, um die panoramafreie Zeit wenigstens mit Süßigkeiten überbrücken zu können.

Im Ergebnis des Treffens wurde die Bedeutung eines Vertreters europäischer Wikipediainteressen in der Person von Dimi von allen als höchst notwendig beurteilt. In Überlegung steht ein Aktionsprojekt - eventuell unter dem von mir kreierten Namen „Black Picture Day“ , welches den Abgeordneten des Europäischen Parlaments die Wichtigkeit freien Wissens auch über die Panoramafreiheit hinaus vermitteln soll. Über die Form schieden sich die Geister, die Verwendung von Wikipedia als Plattform des Protestes wurde zwar von allen gewünscht, aber gleichzeitig von den französischen, schwedischen, britischen und holländischen sowie auch italienischen Vertretern bezweifelt, ob das von der Community als Plattform zugelassen würde. Bei unseren deutschen Kollegen bin ich mir da auch nicht sicher, es könnte ja die Heiligkeit des Projekts gefährdet sein, wenn man dieses als Mitteilungsmedium für unser aller Anliegen verwendet, von der Foundation, wie diese dazu steht, wollte jeder lieber schweigen. Lieber würde man den einfachen Weg gehen, und zwar über die Gestaltung eines Folders, auch wenn es ganz klar ist, dass das nur Kosten verursacht, aber keinen Nutzen bringt. Wie so oft, ich bin halt in meinem Handeln deutlich ergebnisorientierter, weniger ästhetisch ausgerichtet.

Aber eines kam klar heraus: Dimi macht einen wirklich guten Job, er ist aus meiner Sicht die richtige Person an der richtigen Stelle, allein seine hervorragenden Fremdsprachenkenntnisse und seine klare Zielsetzung, gepaart mit hohem Sachverstand, spricht für ihn. Wenn es auch noch gelingt, in Belgien, trotz Widerstands der Foundation, ein eigenes, auch mit finanziellen Mitteln versehenes Chapter einzurichten, dann sind wir alle, was europäische Politik und Gesetzesvorhaben betrifft, sicher auf dem richtigen Weg.

Hubertl

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