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Von Jungwikipedianern und anderen Greenhorns

Gut geplant ist halb getagt: Planungstreffen WMDE und WMAT im Vorfeld der WikiCon 2016.
Forum Freien Wissens in Kornwestheim: Wir erklären dir das Wikiversum
Information von Besuchern und Bevölkerung war ein Schwerpunkt der WikiCon
Wiki Greenhorn Meeting: Mitmachen erlaubt
Die Wiki-Eulen-Verleihung, fotografiert von einem Jungwikipedianer

Die Anzahl der Neuanmeldungen in der deutschsprachigen Wikipedia geht zurück, Neulinge, die für längere Zeit bleiben, sind selten. Auch die Anzahl der Administratoren ist von mehr als 300 auf rund 190 geschrumpft. Dies waren Gründe, die WikiCon, das jährliche Treffen der deutschsprachigen Wikipedia, nach Außen zu öffnen. Am Kultur- und Kongresszentrum „Das K“ in Kornwestheim, nahe Stuttgart, konnte man zwischen 16. und 18. September kaum vorbeigehen, ohne auf Wikipedianerinnen und Wikipedianer zu treffen: „Hier wird die Wikipedia geschrieben“, konnte man schon von Ferne auf den Fenstern des Gebäudes lesen. Der Wikipedia-Ball war auf den vor dem Portal flatternden Fahnen deutlich zu erkennen. Vor dem Eingang wurden zufällige Passanten oder Besucher der im Gebäude befindlichen Bibliothek eingeladen, sich über die Wikipedia zu informieren oder gar einzelne Artikel zu editieren. Im „Forum Freien Wissens“, das in der Eingangshalle aufgebaut war, konnten sich alle Anwesenden nicht nur über die Wikimedia-Chapter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz informieren. Auf speziellen Info-Tischen lagen die Bücher mit den Artikeln und Bildern von „GLAM on Tour“, andere Organisationen wie Open Street Map, die Städte- und Regiowikis oder die OK (Open Knowledge) boten ihre Informationsmaterialien ebenso an wie die großen internationalen Fotowettbewerbe Wiki Loves Monuments (WLM) und Wiki Loves Earth (WLE). An vielen Geräten wie Dia-Scanner, Flachbett-Scanner oder Beleuchtungs-Equipement konnten die Besucher selbst Hand anlegen.

Auf Raimund von Wikimedia Österreich geht die Idee zurück, Preisträger von WLE, die erst durch den Fotowettbewerb zu Wikipedia und Wikimedia Commons gestoßen sind, bei der WikiCon mit den anderen Teilen der Wikimedia-Bewegung in Verbindung zu bringen. Die Gewinnung und Förderung neuer Autorinnen und Autoren, Fotografinnen und Fotografen sowie vieler Freiwilliger für die Projekte stehen ohnehin seit vergangenem Jahr bei den deutschsprachigen Wikimedia-Organisationen im Vordergrund. So war es auch für mich keine Frage, zusammen mit Veronika von Team Ideenförderung von WMDE und Dr. Bernd Gross, dem WLE-Mitorganisator aus Dresden, ein Workshop für diese Neuen zu entwickeln und zu moderieren. Unter dem Titel „Frag doch das Greenhorn“ wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielerisch an das „Wikiversum“ herangeführt. Das große Wiki-Greenhorn-Puzzle wurde bei der Vorstellrunde von Allen schnell vervollständigt, nicht umsonst ist der Wikipedia-Ball ein dreidimensionales Puzzle, Symbol für die Unvollständigkeit unseres Wissens, das durch die Beiträge vieler Menschen vergrößert werden kann. Quiz, Kreuzworträtsel, Memory und Wikipedia-Knigge: Was ist NPOV? welches Wiki-Projekt verbirgt sich hinter dem Logo mit dem Eisberg? Wie wird das Chapter Wikimedia Österreich abgekürzt? Was bedeutet „Wikipedia: Bitte nicht stören“? Viele Fragen, gute Antworten, am Ende hatten wir alle viel voneinander gelernt. Der Teilnehmer mit den meisten Punkten erhielt das Wiki-Greenhorn, eine Kuh mit grünen Hörnern, aber auch die anderen gingen nicht leer aus. Der Gewinner, der ebenfalls als einer der Preisträger von Wiki Loves Earth in Deutschland zur WikiCon eingeladen worden war, zeigte sich begeistert: So groß hatte er sich diese Bewegung, in der so viele Freiwillige in verschiedenen Projekten an einem gemeinsamen Ziel arbeiten, nicht vorgestellt.

Neulinge in den Wikimedia Projekten müssen nicht unbedingt jung sein. Obwohl der jüngste Teilnehmer am Neulings-Workshop erst 9 Jahre zählte, aber viele der Fragen beantworten konnte, waren doch alle Altersklassen vertreten. Ein klares Alterslimit gibt es hingegen bei den „Jungwikipedianern“ (natürlich gibt es auch Jungwikipedianerinnen in dieser Gruppe), die ich anschließend bei ihrem „Q&A“ (Questions & Answers) besuchete. Die Jungwikipedianer sind alle unter 18 Jahre alt. Manche haben schon mit 12 Jahren in der Wikipedia editiert. Viele haben ein Spezialgebiet, sei es in der Programmierung von Tools, die Betreuung bestimmter Fachgebiete der Wikipedia wie Pop-Musik, Wartungs-, Schreib und Fotowettbewerbe sowie Mithilfe bei der Organisation von Wikimedia-Veranstaltungen in ihrer Region. Eine Erhöhung des Alterslimits wurde kürzlich innerhalb der Gruppe abgelehnt. Meine Hauptfrage an die Gruppe: „Warum seid ihr bei der WP geblieben, obwohl dort oft ein rauer Wind weht und wenig Verständnis für neue ideen aufgebracht wird.“ Einerseits haben die Jungwikipedianer eine höhere Frustrationstoleranz, die man als Schüler wohl haben muss. Oft kommen sie nach einer kurzen Wiki-Pause wieder, gereift und gestärkt vor allem durch die Kommunikation mit anderen Jungwikipedianern. Wichtig ist ihnen, dass hinter den Wikimedia-Projekten Menschen stehen, die auch im „Real Life“ miteinander kommunizieren. Höhepunkte in dieser Kommunikation sind die Meetups während der Wikimedia-Veranstaltungen wie WikiCon und Wikimania, aber vor allem das jährliche Treffen der Jungwikipedianer in einem der Wikimedia-Stützpunkte in Deutschland. Zusammen mit speziellen Fotoexpeditionen für den Nachwuchs Aktionen zur Neuautorengewinnung, die ebenfalls bei der WikiCon 2016 vorgestellt wurden, ist die Eigeninitiative der Jungwikipedianer ein Faktor, der die Zukunft von Wikimedia viel aussichtsreicher erscheinen lässt als die Wikitanic-Theoretiker glauben machen wollen.

Ein weiterer sehr wesentlicher Punkt in dem Bestreben, neue Freiwillige zu gewinnen und erfahrene Autorinnen und Autoren zu halten, war der 90minüte Vortrag mit Diskussion, der von Agruwie (Österreich) und Lutheraner (Deutschland) initiiert wurde. Ausgehend von den „Guide Camps“ wurden konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsklimas innerhalb der Wikipedia erörtert. Abgesehen vom Jammern über vergangene Ungerechtigkeiten sieht es für die Verbesserung der Zusammenarbeit innnerhalb der komplexen Benutzerstruktur der Online-Enzyklopädie (IPs dürfen ebenso auf allen Seiten der Wikipedia editieren wie Sockenpuppen oder erfahrene Autoren) ganz gut aus (siehe auch den Bericht zur WikiCon im Wikipedia KURIER.

Flankierende Maßnahmen, um gemeinsam Projekte zu besprechen und zu planen, sollen regional erfolgen. Pimpinellus, der eine Wiki-Eule für seinen Einsatz bei der Gründung und Einrichtung des Treffpunkts WikiMUC in München verliehen bekam, hatte eine neue Idee: Das „Alpen-Forum“. Die deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg, die Schweiz, Österreich und Südtirol, eventuell auch Liechtenstein sollen in einer südlichen Transversale bei speziellen Projekten zusammenarbeiten. Treffen könnten sowohl im WikiMUC als auch im neu gegründeten technik.café im Einzugsbereich des Stammtischs Lörrach/Basel stattfinden.
Beppo, 19. September 2016

GLAM in Haslach an der Mühl

Historischer Jacquardwebstuhl

Die kleine Marktgemeinde Haslach an der Mühl, für Ostösterreicher nicht so bekannt, liegt im Mühlviertel . Bemerkenswert ist der Ort allemal, weist er doch mit etwa 2.500 Einwohnern fünf Museen auf. Als ehemaliges Textilzentrum in Oberösterreich ist vor allem das Textile Zentrum Haslach sehenswert. Nicht weit von der in Kirchberg ob der Donau stattfindenden Ortsbildmesse gelegen, bot sich die Gelegenheit, einen Besuch mit der Messe zu verbinden, an. Sicherheitshalber angefragt, ob Fotografieren erlaubt ist, reiste ich aus diesem Grund bereits einen Tag früher an. Beppo und Häferl mit an Bord, die das Programm auch interessant fanden.

Als Fotografen für Wikipedia wurden wir freundlichst empfangen, sodass wir sofort mit dem Fotografieren beginnen konnten. Während Häferl zum Teil eine Führung begleitete, durfte ich, da ich selbst aus meinem Berufsleben textiltechnische Kenntnisse besitze, das Museum in allen Ecken und Enden unbegleitet besichtigen. Dabei blieb auch noch genug Zeit mit den Vertretern des Museums verschiedene Möglichkeiten der Vertiefung einer Zusammenarbeit zu erörtern, handelt es sich nicht um ein übliches Museum, sondern ein Lebendes Museum, das gemeinsam mit der Kunstuni Linz versucht Textiles Wissen, das durch die Schließung eines Großteils der Textilindustrie in Österreich verloren ging und geht, zu erhalten. Hier wären vielleicht Anknüpfungspunkte, dass die Studenten Arbeiten über das textile Wissen auf Wikiversity, erstellen könnten. Auch ein Fachwörterbuch, das die Spezialausdrücke aus der Textindustrie enthalten könnte, stellt eine solche Möglichkeit dar. Man sollte dies auf alle Fälle im Auge behalten.

Zumindest ein zweites Museum fotografisch zu erfassen war mein Ziel und so bot sich das Kaufmannsmuseum zeitmäßig günstig an, das Beppo und ich noch besuchten. Da sich in dem kleinen Ort vieles durchspricht, wurden wir schon wieder empfangen und durften die vielen Schaustücke nach unseren Wünschen fotografieren. Die Anzahl der verschiedenen Gegenstände, die sich im Laufe der Jahrzehnte in den mehrere Räume umfassenden Museum gesammelt hatte, war jedoch so groß, dass man mit Fotos nur einen Überblick geben kann.

Da sich das herrliche Wetter anbot, auch im Freien zu fotografieren, verbrachten wir den restlichen Nachmittag damit, dass die Fotos von Bau- und Naturdenkmälern in der Umgebung von Haslach ergänzt wurden. Alles in allem war es eine Kombination zwischen GLAM, Natur und Ortsbildmesse.

Fotos dazu:
 Commons: Textiles Zentrum Haslach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kaufmannsmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

K@rl, 10. September 2016

Ortsbildmesse in Kirchberg ob der Donau

Kirchberg ob der Donau - Ortsbildmesse: Hier wird Wissen gesammelt und präsentiert.
Hans (mit der Trompete) ist nebenbei auch Heimatforscher.
Wikimedia Österreich bei der Ortsbildmesse: Wissen und Informationen über die Entstehung der großen Internetenzyklopädie Wikipedia und der vielen anderen Wikimedia-Projekte.
Wikipedianerin und Wikipedianer mit Kirchbergs Bürgermeister Franz Hofer (links im Bild) und Oberösterreichs Wirtschaftlandesrat Michael Strugl (rechts im Bild).

Kirchberg ob der Donau ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel mit etwas mehr als 1000 Einwohnern. Am 4. September 2016 war die Hauptstraße von der Ortseinfahrt bis zum Kirchplatz gesperrt und links und rechts von Marktstandln gesäumt. Aber nicht der Jahrmarkt, sondern die 25. oberösterreichische Ortsbildmesse war in Kirchberg ob der Donau eingezogen. Rund 10.000 Besucherinnen und Besucher waren gekommen und füllten unter Anderem das kleine Forum zwischen den beiden Info-Ständen von Wikipedia und Wikimedia, die neben mehr als 150 anderen Vereinen, Verbänden und Initiativen sowie vor allem den oberösterreichischen Gemeinden eingeladen worden waren, sich hier zu präsentieren. Der strahlende Sonnenschein hatte die vielen Interessierten angelockt und gab der Veranstaltung einen volksfestartigen Charakter.

Nie zuvor sah man so viele Männer in Lederhosen und Frauen im Dirndl. Aber hier ging es nicht (nur) um Brauchtum und historische Heimatforschung, sondern vor allem um die Dorf- und Stadtentwicklung und Innovationen im ländlichen Raum. Wikimedia Österreich, diesmal ausgestattet mit Laptops, W-LAN und großem Bildschirm, katapultierte die kleine Gemeinde im Oberen Mühlviertel ins Informationszeitalter. Was Wikipedia ist, war vielen Passantinnen und Passanten klar. Aber was macht Wikimedia? Wer steckt hinter der Wikipedia und wie kann man mitmachen und selbst editieren? Probe aufs Exempel: kleinere und größere Fehler selbst ausbessern, nachsehen ob im eigenen Gemeindeartikel alles richtig ist, das konnte man am Info-Stand unter fachkundiger Anleitung selbst ausprobieren. Ein Flyer über die Gemeinde-Infoboxen sollte dazu anregen, zu Hause nochmals alles zu überprüfen und sich mit Text und Fotos an den Gemeindeartikeln zu beteiligen.

Es gab viele Fragen, nicht immer konnten wir alles beantworten. Hans, Trompeter bei den lustigen Volksmusikanten, die den Herrn Landesrat gerne mit einem Tusch ankündigten, ist nebenbei Heimatforscher. Er sucht Fotos von dem Motor, den zwei Bauern aus seiner Gegend vor vielen Jahren entwarfen. Sie bauten ein Modell aus Holz und ließen es in einer nahen Stadt aus Eisen nachbauen. Der Motor hielt 30 Jahre lang und lief klaglos. Vielleicht wird Hans mit seiner Fotosuche auf Wikimedia Commons oder bei der allwissenden Wikipedia-Auskunft fündig.

Gab es im Vorjahr in Gmunden eine Art "Wissensinsel" mit dem oö Museumsverbund, dem kath. Bildungswerk, Wikimedia und Wikipedia, so mussten wir unsere Partner von der Wissensvermittlung in Kirchberg für weitere Vernetzungsgespräche erst suchen. Sie waren ans andere Ortsende abgewandert, wo sie sich mit den örtlichen Sternguckern (Astronomieverein) und den Bodenkundlern vor der Kirche ein Stelldichein gaben. Vorbei an der Volksschule, der Festbühne und dem Gemeindeamt gelangten drei der angereisten Wikipedianerinnen und Wikipedianer schließlich zur Kirche, die von außen und von innen in Augenschein genommen werden konnte. Schon am Vortag hatte die kleine Expedition festgestellt, dass gerade im Oberen Mühlviertel noch viele Fotos von denkmalgeschützten Bauwerken oder Bildstöcken in den Listen, die für jede Gemeinde Österreichs in der Wikipedia angelegt wurden, fehlen. Viele Kilometer rund um Haslach an der Mühl wurden zurückgelegt, um die letzten Lücken in den österreichischen Denkmallisten mit Bildern zu füllen.

Von der Kirche in Kirchberg aus erreichte man während der Ortsbildmesse den Burgstall Kirchberg ob der Donau mit einer Liliputbahn. Hier wurde endlich klar, worum es derzeit in der Kategorien-Löschdiskussion in der Wikipedia geht: Ein Mitglied der nimmermüden Umkategorisierungs-Truppe hatte vorgeschlagen, die Kategorie "ehemalige Burg" durch die Kategorie "Burgstall" zu ersetzen, da das fachwissenschaftlich besser sei. Der Burgstall in Kirchberg ist ein Hügel, auf dem man außer ein paar Bäumen und Steinen sowie einer großen Wiese nicht viel sieht. Die Fernsicht ist dafür großartig, denn es gibt dort einen hölzernen Aussichtsturm, von dem man die Gegend bis zur Donau überblicken kann. Einige wikipedianische Löschdiskutanten haben aber inzwischen festgestellt, dass der Begriff "Burgstall" nur in Österreich und Bayern Verwendung findet. Man wird sich also bald auf die Kategorie "abgegangene Burganlage" einigen. Recht so, denn die Burg auf dem Burgstall von Kirchberg ist uns auch richtig abgegangen. Den Kirchbergern ist es wohl egal, sie feiern weiterhin ihr jährliches Burgstallfest (in diesem Jahr war es vom 1.-3. Juli).

Die Besucherinnen und Besucher der Ortsbildmesse informierten sich rege an unseren Ständen, nahmen aber Materialien nur mit, wenn sie sie unbedingt brauchten. Besonders groß war das Interesse am nahenden Tag des Denkmals am 25. September 2016 und an den vom Bundesdenkmalamt dafür aufgelegten Broschüren. Wir versorgten noch einige Gemeinden, die an diesem Tag ihre Kulturstätten öffnen werden, mit den Broschüren, da sie selbst nicht genügend Exemplare zur Verfügung hatten. Letztlich verteilten wir alle mitgebrachten Ausgaben und hoffen, dass das große Interesse an Österreichs kulturellem Erbe bis zum Tag des Denkmals anhalten wird.

Die nächste oberösterreichische Ortsbildmesse wird im Hausruckviertel in der Gemeinde Natternbach am 10. September 2017 stattfinden.
Beppo, am 10. September 2016

CEE you in Armenia: Bericht vom Wikimedia Meeting für Zentral- und Osteuropa

CEE Meeting Gruppenbild
Enthüllung einer Wikipedia-Skulptur, die (symbolisch durchaus fragwürdig) in einem armenischen See versenkt werden soll

Am letzten Augustwochenende fand das diesjährige Treffen der Communities aus Zentral- und Osteuropa (CEE-Region) in Dilijan, Armenien statt. Neben mehr als 80 Teilnehmern aus 30 Ländern und Communities waren heuer auch drei Österreicher vor Ort: Philip und Claudia als Vertreter von WMAT und Tobias1984 in eigener Kapazität als Freiwilliger und Wikidata-Evangelist.

Mit fünf Beiträgen von klassischen Präsentationen bis hin zu Lightning Talks und interaktiven Workshops haben wir versucht unsere Erfahrungen aus der Projekt- und Vereinsarbeit an die Kollegen der CEE-Region weiterzugeben oder im Fall unserer Hackathon-Session mögliche neue Kooperationen auszuloten. Außerdem konnten wir den Kollegen aus Bulgarien und Polen interessierte Neulinge vermitteln, die gerade erst unser Peacecamp in Tirol besucht hatten. Positives Feedback für unser Engagement rund um die Konferenz und unsere Zusammenarbeit mit den Communities der Region bekamen wir dabei u.a. von Asaf Bartov, der seitens der Foundation die sogenannten “Emerging Communities” in ihrer Entwicklung unterstützt.

Wie bereits im letzten Jahr waren die Konferenztage wieder lang und intensiv - häufig wurde auch nach dem Abendessen noch mit viel Elan bis in die späten Abendstunden getagt, diskutiert und editiert.

Auch die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation - Katherine Maher - war in diesem Jahr dabei. Sie befindet sich derzeit auf Tour durch diverse Wikimedia Communities und Konferenzen, um über den geplanten Strategieprozess der Foundation zu informieren, aber v.a. auch um zuzuhören und zu verstehen was die Communities weltweit beschäftigt. Unser Eindruck war, dass diese Mission auch sehr ernst genommen wurde - Katherine war durchgängig während der Konferenz präsent in Workshops und Vorträgen und auch abends in geselligen Runden stets ansprechbar und offen für ein Gespräch mit den Freiwilligen.

Mit nach Hause gebracht haben wir einige neue Ideen und Kooperationsanfragen: Neben einer neuen und optimierten Ausgabe des CEE Spring Artikelwettbewerbs im kommenden Jahr, u.a. die Anfrage der Kollegen aus Armenien nächstes Jahr einen bilateralen Artikelwettbewerb zwischen Armenien und Österreich zu organisieren. Wir werden diese Vorschläge u.a. im Rahmen unserer Planungswerkstatt am 10. September mit euch diskutieren.

Philip Kopetzky, Claudia Garád, 31. August 2016

Ein GLAM anderer Art

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Das reale Landesmuseum in St. Pölten

Das Ergebnis einer jahrelangen Zusammenarbeit wird sichtbarer. Mit dem Relaunche von Gedächtnis des Landes, dem Portal des Landesmuseums Niederösterreich prangt auf jeder Artikelseite neben dem eigenen Logo auch der Ball von Wikipedia. Außerdem finden sich bei jedem Thema unter den vier möglichen Verlinkungen eine auf den entsprechenden Wikipediaartikel und eine direkt auf die Kategorie bei Wikimedia Commons.

Die Zusammenarbeit begann damit, dass in Wikipedia die Datenbank des Landes NÖ als Quelle bzw. als Beleg diente. Wie es üblich ist, wurde dafür eine Vorlage entworfen und man verwendete ab sofort nur mehr die ID des entsprechenden Artikels in der niederösterreichischen Datenbank. Um diese ID entwickelte sich imPrinzip eine Zusammenarbeit zwischen zwei Personen, nämlich dem Projektleiter des Landesmuseums und einem Wikipedianer, die weiters darin bestand, dass auch Wikipedia-Artikel die in der Zwischenzeit auch für das Landesmuseum eine Bereicherung darstellten und einen Datenbanklink erhalten sollten. Allerdings war die Artikelschubserei in Wikipedia durch die Umbenennungen, die ja sowohl im Bereich von Orten und Gemeinden als auch bei Personen durch die Häufigkeit von gleichen Bezeichnungen relativ oft stattfinden, für eine permanente und pflegeleichte Verlinkung nicht sehr förderlich. Aus diesem Grund wurde die Funktion Permalink, die heute selbstverständlich ist, als einfaches Tool programmiert, sodass beim Landesmuseum nur mehr eine Zahl, nämlich die Seitenkennziffer, als Verlinkung zur Verfügung stand. Aber auch in der Datenbank des Landesmuseums musste das Feld ergänzt werden, da hier externe Verlinkungen zu diesem Zeitpunkt gar nicht vorgesehen waren. Auch ein separates Login, das nur auf diese Verlinkung Zugriff durch einen Wikipedianer erlaubte, wurde extra geschaffen.

Da die Datenbank des Landes auch laufend erweitert wurde, konnte auch bei Wikipedia die Vorlage um die Verlinkung auf Personen und Kunstwerke erweitert werden, sodass auch auf diesem Gebiet eine einfache Referenzierung möglich ist.

Als Anfang des Jahres 2016 ein neues Design des Geschichtsportales anstand, wurde Wikipedia, d.h. der eine Wikipedianer sofort um Anregungen und Wünsche angesprochen. Auf den Wunsch auch direkt auf die Fotos von WikiCommons zu verlinken wurde sofort eingegangen. Auch der Zugang, um diese Daten pflegen zu können, wurde sofort wieder geschaffen. Da sich die ID der Artikel im neuen Portal änderten, wurde auch sofort eine Vergleichstabelle zur Verfügung gestellt, um diese ID in Wikipedia auf kurzem Weg durch einen Botbetreiber austauschen zu können.

Zu guter Letzt bestand schon der Wunsch diese Zusammenarbeit sichtbarer zu machen. Ein Bannertausch im herkömmlichen Sinn ist bei Wikipedia ja durch die Werbefreiheit nicht möglich. Umso erfreulicher ist es, dass man im Landesmuseum sofort dem Wunsch entsprach und nach Rücksprache bei Wikimedia Österreich bezüglich Logoverwendung den Wikipediaball an prominenter Stelle im Portal unterbrachte.

Gerade die Zusammenarbeit über diese lange Zeit zeigt, wie sich die Bedeutung Wikipedias im Laufe der Jahre vergrößert hat. Hatte die Enzyklopädie am Anfang noch genug Zweifler, nach dem Motto: "Da steht eh nur Unsinn drin", hat sie sich als reputabler Partner von redaktionell bearbeitenden Datenbanken entwickelt.

K.G. 29.8.16


Sommeruni 2016: Welterbe, Kulturgüterschutz und Kommunikation

Die Studierenden im historischen Affenhaus des Tiergartens Schönbrunn
Die Professoren Kurt Luger und Fritz Schipper mit Karl Habsburg-Lothringen und Stadtplanungsdirektor Thomas Madreiter vor einem historischen Modell der Stadt Wien
Die Studierenden im Schloss Mirabell: Wir stehen auf Salzburg

„Zwischen Entdeckungsreisen und originaler Begegnung angesiedelt, gehören Exkursionen zum unumstritten anerkannten Bestandteil geographischen und damit auch touristischen Lernens,“ schrieb Professor Kurt Luger, Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls für Kulturelles Erbe und Tourismus an der Universität Salzburg im Vorwort zu seinem zusammen mit Ute Giacomozzi herausgegebenen Buch „Nepal – Off The Beaten Track“. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Welterbe, Kulturgüterschutz und Kommunikation“, die gemeinsam von den Publizistik-Instituten der Universitäten Salzburg und Wien vom 7.-14. August 2016 veranstaltet wurde, ging es zwar nicht bis nach Asien, Entdeckungen und Begegnungen waren jedoch für die Studierenden, die auf Mozarts Spuren durch Österreichs kulturelle Welterbestätten wanderten, ebenso an der Tagesordnung.

16 Studentinnen und ein Student wollten sich ein Bild von den Chancen und Problemen machen, die mit der Verleihung des Titels „Kulturelles Welterbe“ durch die UNESCO verbunden sind. Angeleitet von den Professoren Kurt Luger (Universität Salzburg) und Friedrich Schipper (Universität Wien) und begleitet von drei Wikipedianern besichtigten die Studierenden drei der neun österreichischen Welterbestätten, nämlich das Historische Zentrum von Wien sowie Schloss und Park von Schönbrunn einschließlich des ältesten erhaltenen Tiergartens und das Historische Zentrum der Stadt Salzburg. An Ort und Stelle wurden sie von hochkarätigen Fremdenführer/innen und Vortragenden über alte Bausubstanzen und neue Ausbaupläne in den Kernzonen der Welterbestätten informiert und konnten mit Stadtplaner/innen, Architekt/innen, Denkmalschützer/innen und Journalist/innen über Hintergründe und Auswirkungen dieser Unterschutzstellung diskutieren. Die Stipendien für die Reise und die Unterbringung der Studierenden in Wien und in Salzburg während der Sommeruniversität wurden durch einen Sponsor im Rahmen des 20-Jahres-Jubiläums der Kulturgüterschutzorganisation „Blue Shield“ gewährleistet. Blue Shield ist eine 1996 gegründete internationale Vereinigung mit Sitz in Paris, deren Ziel die Verbesserung des Schutzes von Kulturgut vor den Auswirkungen von Kriegen und bewaffneten Konflikten sowie von Katastrophen ist.

Schon seit mehr als fünf Jahren dokumentieren Wikipedianerinnen und Wikipedianer im Rahmen von „Wiki Loves Monuments“ Österreichs kulturelles Erbe. Mehr als 50.000 aktuelle Fotos von denkmalgeschützten Bauwerken wurden gesammelt, mehr als 96 Prozent der 37.000 in den Denkmallisten österreichischer Gemeinden dargestellten Objekte in der Wikipedia konnten dadurch bebildert werden. Aber Vieles ist noch zu tun. Gerade werden die Listen des UNESCO-Welterbes ausgebaut, Welterbestätten wie die Semmeringbahn und der Schlosspark von Schönbrunn werden ausführlich mit Fotos dokumentiert. Das Immaterielle Kulturerbe und das reiche Weltdokumentenerbe in Österreich mit Autographen berühmter Komponisten und historischen Phonogrammen sind ein wertvoller Teil des „kollektiven Gedächtnisses der Menschen“. Die Projekte rund um Wikimedia bemühen sich, das Wissen um diese Erbstücke, seien sie materiell oder immateriell, zu sammeln und zu präsentieren und eines Tages vielleicht selbst „Welterbe der Menschheit“ zu werden.

Grund genug für Wikimedia Österreich, im Rahmen dieser Lehrveranstaltung eine Kooperation mit den Universitäten Salzburg und Wien zu starten. Die Lehr- und Lernplattform Wikiversity bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihre Protokolle und Arbeiten zum Thema „Welterbe, Kulturgüterschutz und Kommunikation“ zu erstellen und gemeinsam zu bearbeiten, gegenzulesen und zu korrigieren. Gleichzeitig können sie die Arbeitsweise in einem Wiki und die Wikisyntax kennenlernen sowie Inhalte für Wikipedia-Artikel vorbereiten. Schon die ausführlichen täglichen Dokumentationen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer bieten einen guten Überblick über Vortragende und Inhalte, Diskussionen und Ergebnisse, Begegnungen und Erlebnisse während der Sommeruniversität. Diese Dokumentationen bilden die Grundlage für die Einzelarbeiten zu Themen wie „Archäologie in Wien: Welterbe im Untergrund“, „Tiergarten Schönbrunn: Tierschutz versus Denkmalschutz“, „Zerstreute Sammlungen: Zusammenführung in der Salzburger Landesausstellung 2016“ oder „Kulturvermittlung und Fremdenführerausbildung in Österreich“. Die Dokumentationen der Studierenden haben bereits jetzt Verbesserungsbedarf und Ausbaumöglichkeiten für Wikipedia-Artikel aufgezeigt. Bei Edit-a-thons im Herbst in Wien und in Salzburg können sie die Arbeitsweise in den Wikimedia-Projekten perfektionieren und selbst weiterhin als Autorinnen und Autoren zu dieser Wissenssammlung beitragen.

Beppo, 25. August 2016

Bericht von den Wikipedia:Landstreichern im Allgäu

Sanfte Hügel dominieren den westlichen Teil des Allgäus, vielfach Hinterlassenschaften eiszeitlicher Gletscher

Schon zum zweiten Mal durfte der Autor dieser Zeilen am Wochenende vom 5. bis 8. August 2016 mit den Süddeutschen Kollegen gemeinsam durch das bayerische Allgäu ziehen auf geologischer Entdeckungsreise. Ein ganzes Wochenende lang lag der Fokus der elf Teilnehmer darauf, unter fachkundiger geologischer Anleitung aus dem hohen Norden (Benutzer:Geolina aus NRW) und mit organisatorischer heimischer Unterstützung (Benutzer:Hilarmont aus Kempten) die Gegend rings um die Gemeinde Weitnau zu erkunden. Dabei wurde erneut besonderen Wert darauf gelegt, diese Erkundungen fotografisch für Wikimedia Commons zu dokumentieren und lohnende Geotope zu besichtigen, über die in der Folge auch eigene Wikipedia-Artikel entstehen sollen.

So hangelte sich die kleine Gruppe interessierter Wikipedianer vom imposanten, hochwasserführenden Eistobel über einige Endmoränen, Molassewände und Drumlins (Fachbegriffe, die gerne in einer bekannten Internet-Enzyklopädie der Wahl nachgeschlagen werden dürfen) bis hin zum großen Finale am Sonntag, dem Besuch der Erzgruben-Erlebniswelt am Grünten. Auch ein kulinarischer Einblick in die Allgäuer Küche wurde den von außerhalb stammenden Teilnehmern am Samstag zu Mittag geboten, als gemeinsam Käsknöpfle (teilweise fälschlich als „Käsknöpfle“ bezeichnet – ein ewiger Streitpunkt zwischen dem aus Vorarlberg stammenden Autor dieser Zeilen und den Allgäuer Nachbarn) verspeist wurden. Es waren denn auch neben den interessanten und lehrreichen Erläuterungen unserer fachkundigen und eindeutig für ihr Fach brennenden Leiterin gerade auch diese geselligen Momente mit anderen Wikipedianern, die auch diesesmal das Projekt-Treffen wieder zu einem ganz besonders gelungenen und motivierenden Erlebnis machten.

Schon 2015 hatte ich angekündigt, mit einer Fortsetzung des Formats diesseits der Grenze, im Vorarlberger Hochgebirge nämlich, zu spielen. Ich hoffe, 2017 diese Ankündigung einmal in die Tat umsetzen und mich für die großartige Organisation somit ein klein wenig revanchieren zu können. Im Einsatz für freies Wissen sollte uns kein Winkel zu entlegen und kein Berggipfel zu steil sein. Das ist unser Anspruch und unsere Mission!

Weitere Infos zum WikiProjekt Landstreicher finden sich unter Wikipedia:WikiProjekt Allgäu/Landstreicher.

Plani, 10.8.2016

Preisträger Wiki Loves Earth 2016

Die Jury hat entschieden: Die Preisträger von Wiki Loves Earth 2016 in Österreich stehen fest. Wir gratulieren allen Gewinnerinnen und Gewinnern herzlich!


1. Platz

Jörg Braukmann

Klafferkessel (Naturschutzgebiet in der Steiermark)

Klafferkessel vom Greifenberg.jpg


2. Platz

GeKo15

Zollner See mit Hohen Trieb (Naturdenkmal in Kärnten)

Zollner See mit Hohen Trieb.jpg


3. Platz

Duke of W4

Lindenallee entlang der Landesstraße 8128 (Naturdenkmal in Niederösterreich)

Lindenallee entlang der Landesstraße 8128 03 2016-01 NÖ-Naturdenkmal WT-071.jpg


4. Platz

Rawuzl

Teufelsloch (Naturdenkmal in Oberösterreich)

300703-09 - Teufelsloch 1.JPG


5. Platz

Michael Burgholzer

Linde in Maria Bühel (Naturdenkmal im Land Salzburg)

Linde in Maria Bühel 4.jpg


6. Platz

Mittermair

Loser (Naturschutzgebiet in der Steiermark)

Loser, 12 DG10 692e.JPG


7. Platz

GeKo15

Großer Bodensee im Nassfeld (Naturdenkmal in Kärtnen)

Großer Bodensee Nassfeld -1.jpg


8. Platz

Michael Burgholzer

Alte Kaiserbuche (Naturdenkmal im Land Salzburg)

Alte Kaiserbuche 1.jpg


9. Platz

Norbert Essl

Rettenbachklamm (geschützter Landschaftsteil in der Steiermark)

20160521 WLE Rettenbachklamm 001.jpg


10. Platz

Puusterke

Lacken im Seewinkelː Oberer Stinkersee (Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel)

Lacken im Seewinkelː Oberer Stinkersee 02.jpg

Annemarie und Raimund, 31. Juli 2016


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Beschlüsse und Informationen des Vorstands
wichtige Termine im Überblick
31. August 2016
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