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Wikimedia Hackathon 2017: Ereignis, Erlebnis, Erfahrung

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Wikimedia Hackathon 2017

Der Wikimedia Hackathon 2017 war ein sehr interessantes mehrtägiges Ereignis (Event) mit internationaler Wirkung und Ausrichtung, für mich ein beeindruckendes persönliches Erlebnis (erste Teilnahme bei einem Hackathon) und eine wichtige Erfahrung für meine weitere Tätigkeit als eingeschriebenes Vereinsmitglied des österreichischen Wikimedia-Chapters. Das ganze „Event team“, bestehend aus Annemarie Buchmann, Claudia Garád und Raimund Liebert, verstärkt durch Sonja Fischbauer, die sich speziell um das Mentoring-Programm kümmerte, hat hervorragende Arbeit geleistet, welche Respekt und Anerkennung verdient!

Der Konferenzort, das verkehrstechnisch günstig gelegene JUFA Hotel Wien City in 1110 Wien, Mautner-Markhof-Gasse 50 (ein Dreistern-Hotel), war eine gute Wahl. Es wird gerne von Schulklassen belegt, welche einige Tage in Wien verbringen. Das Hotel gehört zu einer größeren Kette, die mehr als 50 Etablissements in Österreich, Deutschland, Ungarn und dem Fürstentum Liechtenstein hat.

Die Online-Kommunikation der Teilnehmer(innen) wurde über den sicheren Messenger Telegram abgewickelt - die schon länger populäre WhatsApp-Alternative https://telegram.org/ verschlüsselt die komplette Kommunikation per 256 Bit AES und schützt so die Privatsphäre.

Ich nahm am „Wikimedia Movement Strategy Workshop“ teil, in welchem versucht wurde, Antworten zu fünf Fragenbereichen zu finden - siehe https://www.mediawiki.org/wiki/Project:Wikimedia_Strategy_2017 - mit Blick auf das Jahr 2030. Die Zielsetzungen sind sehr ambitioniert - alle Wikimedia-Projekte sollen bis dahin die weltweit verlässlichsten neutralen Quellen freien Wissens darstellen, die „Freiwilligenkultur“ soll massiv ausgebaut und verstärkt werden, dies auch in Weltgegenden, die bisher nicht erfasst wurden bzw. aus verschiedenen Gründen nicht erfasst werden konnten etc. Die „Wiener Zeitung“ führte zum Thema „Leben 2030“ einen „Future Challenge“-Videowettbewerb für Schüler und Schülerinnen durch - siehe http://www.wienerzeitung.at/futurechallenge/ - es gab rund 70 Video-Einreichungen, erarbeitet von Schulen aus ganz Österreich. Das Jahr 2030 wirft also schon jetzt seinen Schatten voraus- national und international! Der Historiker hat es bekanntlich leichter als der Prophet besagt ein bekanntes Sprichwort. Was die Zukunft tatsächlich bringen wird, wissen wir nicht, wir können aber schon heute Zukunftsstrategien entwickeln.

Einen Tag vor dem offiziellen Beginn des Hackathons in Wien konnten die Teilnehmer(innen) bei „City Walks“ Wien näher kennenlernen. Ich optierte für den 1874 „provisorisch“ eröffneten Zentralfriedhof mit seiner 1908 bis 1911 von Max Hegele erbauten „Lueger-Kirche“ - siehe http://www.luegerkirche.at/ - in welcher Dr. Karl Lueger (1844 - 1910, Wiener Bürgermeister von 1897 - 1910) bestattet wurde. Dieser Jugendstilbau trägt seit dem Jahr 2000 den offiziellen Namen „Friedhofskirche zum Hl. Karl Borromäus“. Die Gräber von Beethoven, Schubert, Brahms, der Strauss-Familie etc. wurden fleißig fotografiert, ein Teilnehmer aus Jerusalem erklärte uns einige Inschriften auf dem Sektor des alten jüdischen Friedhofs. Am Abend konnte dann das Metalab in 1010 Wien, Rathausstraße 6, als „Hacker und Maker-Space“ besucht werden.

Ich machte mich vertraut mit dem Projektmanagement-Tool Phabricator - siehe https://phabricator.wikimedia.org - und nahm, assistiert von zwei freundlichen Mentoren, Installationen von MediaWiki an zwei Laptops vor, die unter Ubuntu und Linux Mint laufen. Alles klappte! Beeindruckt war ich, dass weltweit schon weit über 2.000 Extensions registriert sind, einige davon werde ich sicher nützen.

Die Vorträge zu den „Wikimedia Cloud Services“ und den „Open Knowledge Maps“ fand ich besonders interessant - das Projekt https://openknowledgemaps.org mit seinen ausgefeilten Visualisierungs-Features bildet einen großen Fortschritt bei der optimalen Darstellung und auch Vermittlung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden, siehe auch https://github.com/OpenKnowledgeMaps. Man erfuhr auch viel Neues von Wikidata http://wikidata.org, betrieben von Wikimedia Deutschland - www.wikimedia.de. Wikimedia Deutschland fördert auch das „Freie Kinderlexikon“ - siehe www.klexikon.de - wo jede(r) mitschreiben kann. Die sehr nützliche „Wikimedia Commons Android App“ ermöglicht es Userinnen und Usern, Fotos von Android-Smartphones oder Android-Tablets direkt und schnell auf Wikimedia Commons hochzuladen, erhältlich ist sie unter https://commons-app.github.io.

Die Hackathon-Party am Samstag ab 21 Uhr in der „Arena“ soll toll gewesen sein, aus persönlichen Gründen konnte ich leider nicht an ihr teilnehmen. Die Fotos, die über Telegram bei mir eintrudelten, waren jedenfalls sehr lustig und stimmungsvoll. Fotos vom Hackathon kann man unter https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Wikimedia-Hackathon_Vienna_2017 einsehen, Blogs vom Event unter https://phabricator.wikimedia.org/T165466 nachlesen. Es wurde bereits ein „Feedback Survey“ an alle Teilnehmer(innen)verschickt.

Das sehr gut vorbereitete Mentoring-Programm war in jederHinsicht erfolgreich - es war auch eine hervorragende Idee, die Mentoren mit Maria-Theresia-Talern zu beschenken, sie haben sich über diese Aufmerksamkeit, aber auch werthaltige Erinnerung an Wien, sichtlich sehr gefreut. Das Wiener Hackathon wurde von Google, zwei Fachhochschulen (FH Technikum Wien und der FH St. Pölten) und der Wirtschaftsagentur der Stadt Wien unterstützt.

Bei einem Hackathon hat man die Möglichkeit, mit zum Event angereisten Vertretern der Wikimedia Foundation aus Kalifornien in persönlichen Kontakt zu treten und sich etwa über Förderungen etc. aus erster Hand zu informieren. Auch der freundschaftliche Austausch mit den Repräsentanten der Wikimedia Chapters aus den Nachbarländern stellt eine wertvolle Gelegenheit zum Networking dar - oft ergeben sich aus solchen Gesprächen spätere Kooperationen bei einzelnen Projekten, die gemeinsam besser gelingen.

Igor Celman, 29. Mai 2017