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Nachrichten/2016

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Bei den internationalen Gewinnern von Wiki Loves Earth 2016

Doppelt ausgezeichnet


Das Gewinnerbild von Wiki Loves Earth 2016 in Österreich, das den Klafferkessel im Gebiet der Schladminger Tauern zeigt und von Jörg Braukmann fotografiert wurde, erreichte in der internationalen Wertung Platz 8. Herzlichen Glückwunsch! Alle internationalen und nationalen Siegerfotos von Wiki Loves Earth 2016 sind hier zu sehen: Commons:Wiki Loves Earth 2016/Winners.

Raimund Liebert, 6. Dez. 2016


Preisträger WLM-Sonderpreise 2016

Die Jury hat entschieden: Die Preisträger des Fotowettbewerbs „Wiki Loves Monuments 2016: Sonderpreise“ stehen fest. Wir gratulieren allen Gewinnerinnen und Gewinnern herzlich und möchten uns auch hier nochmals herzlich bei der Jury und der Vorjury bedanken!

Sonderwettbewerb zum Tag des Denkmals 2016 des Bundesdenkmalamts

Sonderwettbewerb Innenansichten 2016

Sonderwettbewerb Eisenbahninfrastruktur 2016

Sonderwettbewerb Kellergassen 2016

Sonderwettbewerb Pilgerstraßen 2016

Annemarie Buchmann, 14. November 2016


Als Wikipedian in Residence am österreichischen Verfassungsgerichtshof

Beim Verfassungsgerichtshof

Thomas Planinger erzählt im Wikimedia-Blog (deutsch und englisch) über seine Zeit als "Wikipedian in Residence" am österreichischen Verfassungsgerichtshof. Ein lesenswerter Beitrag zu einem neuartigen "GLAM+"-Projekt:



7.11.2016

Jurysitzung des Schreibwettbewerbes in Berlin

Im Büro von Wikimedia Deutschland in Berlin fand die Jurysitzung statt

Der Schreibwettbewerb findet zweimal pro Jahr statt und soll Autoren dazu ermutigen, neue Artikel zu schreiben bzw. verwaiste Artikel zu überarbeiten und daraus exzellente zu machen. Als Preise winkten bei diesem 25. Wettbewerb Sachpreise wie zum Beispiel eine Reise zur Wikimania nach Kanada und Büchergutscheine.

Anfang August bewarb ich mich auf Empfehlung und mithilfe von Austriantraveler für ebendiese Jury und wurde mit den meisten Stimmen in meiner Sektion gemeinsam mit Olag zum Juror gewählt.

Der September bestand dann aus der Schreib- und Einreichphase – in unserer Sektion wurden sieben, insgesamt über 30 Artikel eingereicht. Im Oktober begannen wir, die Juroren dann, die Artikel zu analysieren und zu bewerten. Dazu tauschten wir uns in unserer Sektion nicht nur per Email aus, sondern führten auch ein Telefonat. Als wir unsere Auswertung fertig hatten, sandten sich die Sektionen gegenseitig die jeweiligen Favoriten der eigenen Sektion zu und diskutierten diese.

Am letzten Wochenende des Oktobers sollte nun die Jurysitzung in Berlin stattfinden, weshalb die Juroren aus ganz Deutschland (und ich aus Innsbruck) anreisten. Aufgrund der Entfernung reiste ich im Gegensatz zu den meisten anderen schon am Freitag an.

Am Samstag begann dann der lange Sitzungstag im imposanten Gebäude der Wikimedia Deutschland mit einer Vorstellungsrunde um 12 Uhr mittags. In einem flotten Tempo stellten die ersten beiden Sektionen ihre Artikel vor, anschließend wurde über die Qualität und die Ausarbeitung diskutiert. Als dies geschafft war, begingen wir die Mittagspause mit einer angemessenen Verpflegung (Pizza ;)).

Daraufhin fuhren wir mit den anderen beiden Sektionen fort. Danach folgte eine lange Diskussions- und Abstimmungsphase über die Platzierung der Artikel – es war aufgrund der Qualität der Artikel schwierig, eine Reihung festzulegen, mit der alle einverstanden waren, aber auch das gelang uns innerhalb der vorhergesehenen Zeit.

Nachdem wir auch das Feedback für die Autoren formuliert hatten, begaben wir uns in das Restaurant „Taverna Athene“, um uns dort mit den netten Wikipedianern von WP:Berlin zu treffen und uns bei einem köstlichen Abendessen auszutauschen und kennenzulernen.

Am Ende des regulären Abendprogrammes bekam ich noch eine Einführung in die Berliner Discoszene vom lokalen Wikipedianer SDKmac.

Ein besonderes Highlight war die interessante und ausführliche 7-stündige Stadtführung, bei der uns DerHexer die schönsten Seiten Berlins näherbrachte, bevor ich dann am Abend wieder die Heimreise antrat.

Alles in allem: eine produktive und interessante Sitzung und ein toller Einblick in Deutschlands Hauptstadt!

TheTokl, 1.11.2016


Von Jungwikipedianern und anderen Greenhorns

Gut geplant ist halb getagt: Planungstreffen WMDE und WMAT im Vorfeld der WikiCon 2016.
Forum Freien Wissens in Kornwestheim: Wir erklären dir das Wikiversum
Information von Besuchern und Bevölkerung war ein Schwerpunkt der WikiCon
Wiki Greenhorn Meeting: Mitmachen erlaubt
Die Wiki-Eulen-Verleihung, fotografiert von einem Jungwikipedianer

Die Anzahl der Neuanmeldungen in der deutschsprachigen Wikipedia geht zurück, Neulinge, die für längere Zeit bleiben, sind selten. Auch die Anzahl der Administratoren ist von mehr als 300 auf rund 190 geschrumpft. Dies waren Gründe, die WikiCon, das jährliche Treffen der deutschsprachigen Wikipedia, nach Außen zu öffnen. Am Kultur- und Kongresszentrum „Das K“ in Kornwestheim, nahe Stuttgart, konnte man zwischen 16. und 18. September kaum vorbeigehen, ohne auf Wikipedianerinnen und Wikipedianer zu treffen: „Hier wird die Wikipedia geschrieben“, konnte man schon von Ferne auf den Fenstern des Gebäudes lesen. Der Wikipedia-Ball war auf den vor dem Portal flatternden Fahnen deutlich zu erkennen. Vor dem Eingang wurden zufällige Passanten oder Besucher der im Gebäude befindlichen Bibliothek eingeladen, sich über die Wikipedia zu informieren oder gar einzelne Artikel zu editieren. Im „Forum Freien Wissens“, das in der Eingangshalle aufgebaut war, konnten sich alle Anwesenden nicht nur über die Wikimedia-Chapter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz informieren. Auf speziellen Info-Tischen lagen die Bücher mit den Artikeln und Bildern von „GLAM on Tour“, andere Organisationen wie Open Street Map, die Städte- und Regiowikis oder die OK (Open Knowledge) boten ihre Informationsmaterialien ebenso an wie die großen internationalen Fotowettbewerbe Wiki Loves Monuments (WLM) und Wiki Loves Earth (WLE). An vielen Geräten wie Dia-Scanner, Flachbett-Scanner oder Beleuchtungs-Equipement konnten die Besucher selbst Hand anlegen.

Auf Raimund von Wikimedia Österreich geht die Idee zurück, Preisträger von WLE, die erst durch den Fotowettbewerb zu Wikipedia und Wikimedia Commons gestoßen sind, bei der WikiCon mit den anderen Teilen der Wikimedia-Bewegung in Verbindung zu bringen. Die Gewinnung und Förderung neuer Autorinnen und Autoren, Fotografinnen und Fotografen sowie vieler Freiwilliger für die Projekte stehen ohnehin seit vergangenem Jahr bei den deutschsprachigen Wikimedia-Organisationen im Vordergrund. So war es auch für mich keine Frage, zusammen mit Veronika von Team Ideenförderung von WMDE und Dr. Bernd Gross, dem WLE-Mitorganisator aus Dresden, ein Workshop für diese Neuen zu entwickeln und zu moderieren. Unter dem Titel „Frag doch das Greenhorn“ wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielerisch an das „Wikiversum“ herangeführt. Das große Wiki-Greenhorn-Puzzle wurde bei der Vorstellrunde von Allen schnell vervollständigt, nicht umsonst ist der Wikipedia-Ball ein dreidimensionales Puzzle, Symbol für die Unvollständigkeit unseres Wissens, das durch die Beiträge vieler Menschen vergrößert werden kann. Quiz, Kreuzworträtsel, Memory und Wikipedia-Knigge: Was ist NPOV? welches Wiki-Projekt verbirgt sich hinter dem Logo mit dem Eisberg? Wie wird das Chapter Wikimedia Österreich abgekürzt? Was bedeutet „Wikipedia: Bitte nicht stören“? Viele Fragen, gute Antworten, am Ende hatten wir alle viel voneinander gelernt. Der Teilnehmer mit den meisten Punkten erhielt das Wiki-Greenhorn, eine Kuh mit grünen Hörnern, aber auch die anderen gingen nicht leer aus. Der Gewinner, der ebenfalls als einer der Preisträger von Wiki Loves Earth in Deutschland zur WikiCon eingeladen worden war, zeigte sich begeistert: So groß hatte er sich diese Bewegung, in der so viele Freiwillige in verschiedenen Projekten an einem gemeinsamen Ziel arbeiten, nicht vorgestellt.

Neulinge in den Wikimedia Projekten müssen nicht unbedingt jung sein. Obwohl der jüngste Teilnehmer am Neulings-Workshop erst 9 Jahre zählte, aber viele der Fragen beantworten konnte, waren doch alle Altersklassen vertreten. Ein klares Alterslimit gibt es hingegen bei den „Jungwikipedianern“ (natürlich gibt es auch Jungwikipedianerinnen in dieser Gruppe), die ich anschließend bei ihrem „Q&A“ (Questions & Answers) besuchete. Die Jungwikipedianer sind alle unter 18 Jahre alt. Manche haben schon mit 12 Jahren in der Wikipedia editiert. Viele haben ein Spezialgebiet, sei es in der Programmierung von Tools, die Betreuung bestimmter Fachgebiete der Wikipedia wie Pop-Musik, Wartungs-, Schreib und Fotowettbewerbe sowie Mithilfe bei der Organisation von Wikimedia-Veranstaltungen in ihrer Region. Eine Erhöhung des Alterslimits wurde kürzlich innerhalb der Gruppe abgelehnt. Meine Hauptfrage an die Gruppe: „Warum seid ihr bei der WP geblieben, obwohl dort oft ein rauer Wind weht und wenig Verständnis für neue ideen aufgebracht wird.“ Einerseits haben die Jungwikipedianer eine höhere Frustrationstoleranz, die man als Schüler wohl haben muss. Oft kommen sie nach einer kurzen Wiki-Pause wieder, gereift und gestärkt vor allem durch die Kommunikation mit anderen Jungwikipedianern. Wichtig ist ihnen, dass hinter den Wikimedia-Projekten Menschen stehen, die auch im „Real Life“ miteinander kommunizieren. Höhepunkte in dieser Kommunikation sind die Meetups während der Wikimedia-Veranstaltungen wie WikiCon und Wikimania, aber vor allem das jährliche Treffen der Jungwikipedianer in einem der Wikimedia-Stützpunkte in Deutschland. Zusammen mit speziellen Fotoexpeditionen für den Nachwuchs Aktionen zur Neuautorengewinnung, die ebenfalls bei der WikiCon 2016 vorgestellt wurden, ist die Eigeninitiative der Jungwikipedianer ein Faktor, der die Zukunft von Wikimedia viel aussichtsreicher erscheinen lässt als die Wikitanic-Theoretiker glauben machen wollen.

Ein weiterer sehr wesentlicher Punkt in dem Bestreben, neue Freiwillige zu gewinnen und erfahrene Autorinnen und Autoren zu halten, war der 90minüte Vortrag mit Diskussion, der von Agruwie (Österreich) und Lutheraner (Deutschland) initiiert wurde. Ausgehend von den „Guide Camps“ wurden konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsklimas innerhalb der Wikipedia erörtert. Abgesehen vom Jammern über vergangene Ungerechtigkeiten sieht es für die Verbesserung der Zusammenarbeit innnerhalb der komplexen Benutzerstruktur der Online-Enzyklopädie (IPs dürfen ebenso auf allen Seiten der Wikipedia editieren wie Sockenpuppen oder erfahrene Autoren) ganz gut aus (siehe auch den Bericht zur WikiCon im Wikipedia KURIER.

Flankierende Maßnahmen, um gemeinsam Projekte zu besprechen und zu planen, sollen regional erfolgen. Pimpinellus, der eine Wiki-Eule für seinen Einsatz bei der Gründung und Einrichtung des Treffpunkts WikiMUC in München verliehen bekam, hatte eine neue Idee: Das „Alpen-Forum“. Die deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg, die Schweiz, Österreich und Südtirol, eventuell auch Liechtenstein sollen in einer südlichen Transversale bei speziellen Projekten zusammenarbeiten. Treffen könnten sowohl im WikiMUC als auch im neu gegründeten technik.café im Einzugsbereich des Stammtischs Lörrach/Basel stattfinden.
Beppo, 19. September 2016

GLAM in Haslach an der Mühl

Historischer Jacquardwebstuhl

Die kleine Marktgemeinde Haslach an der Mühl, für Ostösterreicher nicht so bekannt, liegt im Mühlviertel . Bemerkenswert ist der Ort allemal, weist er doch mit etwa 2.500 Einwohnern fünf Museen auf. Als ehemaliges Textilzentrum in Oberösterreich ist vor allem das Textile Zentrum Haslach sehenswert. Nicht weit von der in Kirchberg ob der Donau stattfindenden Ortsbildmesse gelegen, bot sich die Gelegenheit, einen Besuch mit der Messe zu verbinden, an. Sicherheitshalber angefragt, ob Fotografieren erlaubt ist, reiste ich aus diesem Grund bereits einen Tag früher an. Beppo und Häferl mit an Bord, die das Programm auch interessant fanden.

Als Fotografen für Wikipedia wurden wir freundlichst empfangen, sodass wir sofort mit dem Fotografieren beginnen konnten. Während Häferl zum Teil eine Führung begleitete, durfte ich, da ich selbst aus meinem Berufsleben textiltechnische Kenntnisse besitze, das Museum in allen Ecken und Enden unbegleitet besichtigen. Dabei blieb auch noch genug Zeit mit den Vertretern des Museums verschiedene Möglichkeiten der Vertiefung einer Zusammenarbeit zu erörtern, handelt es sich nicht um ein übliches Museum, sondern ein Lebendes Museum, das gemeinsam mit der Kunstuni Linz versucht Textiles Wissen, das durch die Schließung eines Großteils der Textilindustrie in Österreich verloren ging und geht, zu erhalten. Hier wären vielleicht Anknüpfungspunkte, dass die Studenten Arbeiten über das textile Wissen auf Wikiversity, erstellen könnten. Auch ein Fachwörterbuch, das die Spezialausdrücke aus der Textindustrie enthalten könnte, stellt eine solche Möglichkeit dar. Man sollte dies auf alle Fälle im Auge behalten.

Zumindest ein zweites Museum fotografisch zu erfassen war mein Ziel und so bot sich das Kaufmannsmuseum zeitmäßig günstig an, das Beppo und ich noch besuchten. Da sich in dem kleinen Ort vieles durchspricht, wurden wir schon wieder empfangen und durften die vielen Schaustücke nach unseren Wünschen fotografieren. Die Anzahl der verschiedenen Gegenstände, die sich im Laufe der Jahrzehnte in den mehrere Räume umfassenden Museum gesammelt hatte, war jedoch so groß, dass man mit Fotos nur einen Überblick geben kann.

Da sich das herrliche Wetter anbot, auch im Freien zu fotografieren, verbrachten wir den restlichen Nachmittag damit, dass die Fotos von Bau- und Naturdenkmälern in der Umgebung von Haslach ergänzt wurden. Alles in allem war es eine Kombination zwischen GLAM, Natur und Ortsbildmesse.

Fotos dazu:

 Commons: Textiles Zentrum Haslach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kaufmannsmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

K@rl, 10. September 2016

Ortsbildmesse in Kirchberg ob der Donau

Kirchberg ob der Donau - Ortsbildmesse: Hier wird Wissen gesammelt und präsentiert.
Hans (mit der Trompete) ist nebenbei auch Heimatforscher.
Wikimedia Österreich bei der Ortsbildmesse: Wissen und Informationen über die Entstehung der großen Internetenzyklopädie Wikipedia und der vielen anderen Wikimedia-Projekte.
Wikipedianerin und Wikipedianer mit Kirchbergs Bürgermeister Franz Hofer (links im Bild) und Oberösterreichs Wirtschaftlandesrat Michael Strugl (rechts im Bild).

Kirchberg ob der Donau ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel mit etwas mehr als 1000 Einwohnern. Am 4. September 2016 war die Hauptstraße von der Ortseinfahrt bis zum Kirchplatz gesperrt und links und rechts von Marktstandln gesäumt. Aber nicht der Jahrmarkt, sondern die 25. oberösterreichische Ortsbildmesse war in Kirchberg ob der Donau eingezogen. Rund 10.000 Besucherinnen und Besucher waren gekommen und füllten unter Anderem das kleine Forum zwischen den beiden Info-Ständen von Wikipedia und Wikimedia, die neben mehr als 150 anderen Vereinen, Verbänden und Initiativen sowie vor allem den oberösterreichischen Gemeinden eingeladen worden waren, sich hier zu präsentieren. Der strahlende Sonnenschein hatte die vielen Interessierten angelockt und gab der Veranstaltung einen volksfestartigen Charakter.

Nie zuvor sah man so viele Männer in Lederhosen und Frauen im Dirndl. Aber hier ging es nicht (nur) um Brauchtum und historische Heimatforschung, sondern vor allem um die Dorf- und Stadtentwicklung und Innovationen im ländlichen Raum. Wikimedia Österreich, diesmal ausgestattet mit Laptops, W-LAN und großem Bildschirm, katapultierte die kleine Gemeinde im Oberen Mühlviertel ins Informationszeitalter. Was Wikipedia ist, war vielen Passantinnen und Passanten klar. Aber was macht Wikimedia? Wer steckt hinter der Wikipedia und wie kann man mitmachen und selbst editieren? Probe aufs Exempel: kleinere und größere Fehler selbst ausbessern, nachsehen ob im eigenen Gemeindeartikel alles richtig ist, das konnte man am Info-Stand unter fachkundiger Anleitung selbst ausprobieren. Ein Flyer über die Gemeinde-Infoboxen sollte dazu anregen, zu Hause nochmals alles zu überprüfen und sich mit Text und Fotos an den Gemeindeartikeln zu beteiligen.

Es gab viele Fragen, nicht immer konnten wir alles beantworten. Hans, Trompeter bei den lustigen Volksmusikanten, die den Herrn Landesrat gerne mit einem Tusch ankündigten, ist nebenbei Heimatforscher. Er sucht Fotos von dem Motor, den zwei Bauern aus seiner Gegend vor vielen Jahren entwarfen. Sie bauten ein Modell aus Holz und ließen es in einer nahen Stadt aus Eisen nachbauen. Der Motor hielt 30 Jahre lang und lief klaglos. Vielleicht wird Hans mit seiner Fotosuche auf Wikimedia Commons oder bei der allwissenden Wikipedia-Auskunft fündig.

Gab es im Vorjahr in Gmunden eine Art "Wissensinsel" mit dem oö Museumsverbund, dem kath. Bildungswerk, Wikimedia und Wikipedia, so mussten wir unsere Partner von der Wissensvermittlung in Kirchberg für weitere Vernetzungsgespräche erst suchen. Sie waren ans andere Ortsende abgewandert, wo sie sich mit den örtlichen Sternguckern (Astronomieverein) und den Bodenkundlern vor der Kirche ein Stelldichein gaben. Vorbei an der Volksschule, der Festbühne und dem Gemeindeamt gelangten drei der angereisten Wikipedianerinnen und Wikipedianer schließlich zur Kirche, die von außen und von innen in Augenschein genommen werden konnte. Schon am Vortag hatte die kleine Expedition festgestellt, dass gerade im Oberen Mühlviertel noch viele Fotos von denkmalgeschützten Bauwerken oder Bildstöcken in den Listen, die für jede Gemeinde Österreichs in der Wikipedia angelegt wurden, fehlen. Viele Kilometer rund um Haslach an der Mühl wurden zurückgelegt, um die letzten Lücken in den österreichischen Denkmallisten mit Bildern zu füllen.

Von der Kirche in Kirchberg aus erreichte man während der Ortsbildmesse den Burgstall Kirchberg ob der Donau mit einer Liliputbahn. Hier wurde endlich klar, worum es derzeit in der Kategorien-Löschdiskussion in der Wikipedia geht: Ein Mitglied der nimmermüden Umkategorisierungs-Truppe hatte vorgeschlagen, die Kategorie "ehemalige Burg" durch die Kategorie "Burgstall" zu ersetzen, da das fachwissenschaftlich besser sei. Der Burgstall in Kirchberg ist ein Hügel, auf dem man außer ein paar Bäumen und Steinen sowie einer großen Wiese nicht viel sieht. Die Fernsicht ist dafür großartig, denn es gibt dort einen hölzernen Aussichtsturm, von dem man die Gegend bis zur Donau überblicken kann. Einige wikipedianische Löschdiskutanten haben aber inzwischen festgestellt, dass der Begriff "Burgstall" nur in Österreich und Bayern Verwendung findet. Man wird sich also bald auf die Kategorie "abgegangene Burganlage" einigen. Recht so, denn die Burg auf dem Burgstall von Kirchberg ist uns auch richtig abgegangen. Den Kirchbergern ist es wohl egal, sie feiern weiterhin ihr jährliches Burgstallfest (in diesem Jahr war es vom 1.-3. Juli).

Die Besucherinnen und Besucher der Ortsbildmesse informierten sich rege an unseren Ständen, nahmen aber Materialien nur mit, wenn sie sie unbedingt brauchten. Besonders groß war das Interesse am nahenden Tag des Denkmals am 25. September 2016 und an den vom Bundesdenkmalamt dafür aufgelegten Broschüren. Wir versorgten noch einige Gemeinden, die an diesem Tag ihre Kulturstätten öffnen werden, mit den Broschüren, da sie selbst nicht genügend Exemplare zur Verfügung hatten. Letztlich verteilten wir alle mitgebrachten Ausgaben und hoffen, dass das große Interesse an Österreichs kulturellem Erbe bis zum Tag des Denkmals anhalten wird.

Die nächste oberösterreichische Ortsbildmesse wird im Hausruckviertel in der Gemeinde Natternbach am 10. September 2017 stattfinden.
Beppo, am 10. September 2016

CEE you in Armenia: Bericht vom Wikimedia Meeting für Zentral- und Osteuropa

CEE Meeting Gruppenbild
Enthüllung einer Wikipedia-Skulptur, die (symbolisch durchaus fragwürdig) in einem armenischen See versenkt werden soll

Am letzten Augustwochenende fand das diesjährige Treffen der Communities aus Zentral- und Osteuropa (CEE-Region) in Dilijan, Armenien statt. Neben mehr als 80 Teilnehmern aus 30 Ländern und Communities waren heuer auch drei Österreicher vor Ort: Philip und Claudia als Vertreter von WMAT und Tobias1984 in eigener Kapazität als Freiwilliger und Wikidata-Evangelist.

Mit fünf Beiträgen von klassischen Präsentationen bis hin zu Lightning Talks und interaktiven Workshops haben wir versucht unsere Erfahrungen aus der Projekt- und Vereinsarbeit an die Kollegen der CEE-Region weiterzugeben oder im Fall unserer Hackathon-Session mögliche neue Kooperationen auszuloten. Außerdem konnten wir den Kollegen aus Bulgarien und Polen interessierte Neulinge vermitteln, die gerade erst unser Peacecamp in Tirol besucht hatten. Positives Feedback für unser Engagement rund um die Konferenz und unsere Zusammenarbeit mit den Communities der Region bekamen wir dabei u.a. von Asaf Bartov, der seitens der Foundation die sogenannten “Emerging Communities” in ihrer Entwicklung unterstützt.

Wie bereits im letzten Jahr waren die Konferenztage wieder lang und intensiv - häufig wurde auch nach dem Abendessen noch mit viel Elan bis in die späten Abendstunden getagt, diskutiert und editiert.

Auch die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation - Katherine Maher - war in diesem Jahr dabei. Sie befindet sich derzeit auf Tour durch diverse Wikimedia Communities und Konferenzen, um über den geplanten Strategieprozess der Foundation zu informieren, aber v.a. auch um zuzuhören und zu verstehen was die Communities weltweit beschäftigt. Unser Eindruck war, dass diese Mission auch sehr ernst genommen wurde - Katherine war durchgängig während der Konferenz präsent in Workshops und Vorträgen und auch abends in geselligen Runden stets ansprechbar und offen für ein Gespräch mit den Freiwilligen.

Mit nach Hause gebracht haben wir einige neue Ideen und Kooperationsanfragen: Neben einer neuen und optimierten Ausgabe des CEE Spring Artikelwettbewerbs im kommenden Jahr, u.a. die Anfrage der Kollegen aus Armenien nächstes Jahr einen bilateralen Artikelwettbewerb zwischen Armenien und Österreich zu organisieren. Wir werden diese Vorschläge u.a. im Rahmen unserer Planungswerkstatt am 10. September mit euch diskutieren.

Philip Kopetzky, Claudia Garád, 31. August 2016

Ein GLAM anderer Art

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Das reale Landesmuseum in St. Pölten

Das Ergebnis einer jahrelangen Zusammenarbeit wird sichtbarer. Mit dem Relaunche von Gedächtnis des Landes, dem Portal des Landesmuseums Niederösterreich prangt auf jeder Artikelseite neben dem eigenen Logo auch der Ball von Wikipedia. Außerdem finden sich bei jedem Thema unter den vier möglichen Verlinkungen eine auf den entsprechenden Wikipediaartikel und eine direkt auf die Kategorie bei Wikimedia Commons.

Die Zusammenarbeit begann damit, dass in Wikipedia die Datenbank des Landes NÖ als Quelle bzw. als Beleg diente. Wie es üblich ist, wurde dafür eine Vorlage entworfen und man verwendete ab sofort nur mehr die ID des entsprechenden Artikels in der niederösterreichischen Datenbank. Um diese ID entwickelte sich imPrinzip eine Zusammenarbeit zwischen zwei Personen, nämlich dem Projektleiter des Landesmuseums und einem Wikipedianer, die weiters darin bestand, dass auch Wikipedia-Artikel die in der Zwischenzeit auch für das Landesmuseum eine Bereicherung darstellten und einen Datenbanklink erhalten sollten. Allerdings war die Artikelschubserei in Wikipedia durch die Umbenennungen, die ja sowohl im Bereich von Orten und Gemeinden als auch bei Personen durch die Häufigkeit von gleichen Bezeichnungen relativ oft stattfinden, für eine permanente und pflegeleichte Verlinkung nicht sehr förderlich. Aus diesem Grund wurde die Funktion Permalink, die heute selbstverständlich ist, als einfaches Tool programmiert, sodass beim Landesmuseum nur mehr eine Zahl, nämlich die Seitenkennziffer, als Verlinkung zur Verfügung stand. Aber auch in der Datenbank des Landesmuseums musste das Feld ergänzt werden, da hier externe Verlinkungen zu diesem Zeitpunkt gar nicht vorgesehen waren. Auch ein separates Login, das nur auf diese Verlinkung Zugriff durch einen Wikipedianer erlaubte, wurde extra geschaffen.

Da die Datenbank des Landes auch laufend erweitert wurde, konnte auch bei Wikipedia die Vorlage um die Verlinkung auf Personen und Kunstwerke erweitert werden, sodass auch auf diesem Gebiet eine einfache Referenzierung möglich ist.

Als Anfang des Jahres 2016 ein neues Design des Geschichtsportales anstand, wurde Wikipedia, d.h. der eine Wikipedianer sofort um Anregungen und Wünsche angesprochen. Auf den Wunsch auch direkt auf die Fotos von WikiCommons zu verlinken wurde sofort eingegangen. Auch der Zugang, um diese Daten pflegen zu können, wurde sofort wieder geschaffen. Da sich die ID der Artikel im neuen Portal änderten, wurde auch sofort eine Vergleichstabelle zur Verfügung gestellt, um diese ID in Wikipedia auf kurzem Weg durch einen Botbetreiber austauschen zu können.

Zu guter Letzt bestand schon der Wunsch diese Zusammenarbeit sichtbarer zu machen. Ein Bannertausch im herkömmlichen Sinn ist bei Wikipedia ja durch die Werbefreiheit nicht möglich. Umso erfreulicher ist es, dass man im Landesmuseum sofort dem Wunsch entsprach und nach Rücksprache bei Wikimedia Österreich bezüglich Logoverwendung den Wikipediaball an prominenter Stelle im Portal unterbrachte.

Gerade die Zusammenarbeit über diese lange Zeit zeigt, wie sich die Bedeutung Wikipedias im Laufe der Jahre vergrößert hat. Hatte die Enzyklopädie am Anfang noch genug Zweifler, nach dem Motto: "Da steht eh nur Unsinn drin", hat sie sich als reputabler Partner von redaktionell bearbeitenden Datenbanken entwickelt.

K.G. 29.8.16


Sommeruni 2016: Welterbe, Kulturgüterschutz und Kommunikation

Die Studierenden im historischen Affenhaus des Tiergartens Schönbrunn
Die Professoren Kurt Luger und Fritz Schipper mit Karl Habsburg-Lothringen und Stadtplanungsdirektor Thomas Madreiter vor einem historischen Modell der Stadt Wien
Die Studierenden im Schloss Mirabell: Wir stehen auf Salzburg

„Zwischen Entdeckungsreisen und originaler Begegnung angesiedelt, gehören Exkursionen zum unumstritten anerkannten Bestandteil geographischen und damit auch touristischen Lernens,“ schrieb Professor Kurt Luger, Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls für Kulturelles Erbe und Tourismus an der Universität Salzburg im Vorwort zu seinem zusammen mit Ute Giacomozzi herausgegebenen Buch „Nepal – Off The Beaten Track“. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Welterbe, Kulturgüterschutz und Kommunikation“, die gemeinsam von den Publizistik-Instituten der Universitäten Salzburg und Wien vom 7.-14. August 2016 veranstaltet wurde, ging es zwar nicht bis nach Asien, Entdeckungen und Begegnungen waren jedoch für die Studierenden, die auf Mozarts Spuren durch Österreichs kulturelle Welterbestätten wanderten, ebenso an der Tagesordnung.

16 Studentinnen und ein Student wollten sich ein Bild von den Chancen und Problemen machen, die mit der Verleihung des Titels „Kulturelles Welterbe“ durch die UNESCO verbunden sind. Angeleitet von den Professoren Kurt Luger (Universität Salzburg) und Friedrich Schipper (Universität Wien) und begleitet von drei Wikipedianern besichtigten die Studierenden drei der neun österreichischen Welterbestätten, nämlich das Historische Zentrum von Wien sowie Schloss und Park von Schönbrunn einschließlich des ältesten erhaltenen Tiergartens und das Historische Zentrum der Stadt Salzburg. An Ort und Stelle wurden sie von hochkarätigen Fremdenführer/innen und Vortragenden über alte Bausubstanzen und neue Ausbaupläne in den Kernzonen der Welterbestätten informiert und konnten mit Stadtplaner/innen, Architekt/innen, Denkmalschützer/innen und Journalist/innen über Hintergründe und Auswirkungen dieser Unterschutzstellung diskutieren. Die Stipendien für die Reise und die Unterbringung der Studierenden in Wien und in Salzburg während der Sommeruniversität wurden durch einen Sponsor im Rahmen des 20-Jahres-Jubiläums der Kulturgüterschutzorganisation „Blue Shield“ gewährleistet. Blue Shield ist eine 1996 gegründete internationale Vereinigung mit Sitz in Paris, deren Ziel die Verbesserung des Schutzes von Kulturgut vor den Auswirkungen von Kriegen und bewaffneten Konflikten sowie von Katastrophen ist.

Schon seit mehr als fünf Jahren dokumentieren Wikipedianerinnen und Wikipedianer im Rahmen von „Wiki Loves Monuments“ Österreichs kulturelles Erbe. Mehr als 50.000 aktuelle Fotos von denkmalgeschützten Bauwerken wurden gesammelt, mehr als 96 Prozent der 37.000 in den Denkmallisten österreichischer Gemeinden dargestellten Objekte in der Wikipedia konnten dadurch bebildert werden. Aber Vieles ist noch zu tun. Gerade werden die Listen des UNESCO-Welterbes ausgebaut, Welterbestätten wie die Semmeringbahn und der Schlosspark von Schönbrunn werden ausführlich mit Fotos dokumentiert. Das Immaterielle Kulturerbe und das reiche Weltdokumentenerbe in Österreich mit Autographen berühmter Komponisten und historischen Phonogrammen sind ein wertvoller Teil des „kollektiven Gedächtnisses der Menschen“. Die Projekte rund um Wikimedia bemühen sich, das Wissen um diese Erbstücke, seien sie materiell oder immateriell, zu sammeln und zu präsentieren und eines Tages vielleicht selbst „Welterbe der Menschheit“ zu werden.

Grund genug für Wikimedia Österreich, im Rahmen dieser Lehrveranstaltung eine Kooperation mit den Universitäten Salzburg und Wien zu starten. Die Lehr- und Lernplattform Wikiversity bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihre Protokolle und Arbeiten zum Thema „Welterbe, Kulturgüterschutz und Kommunikation“ zu erstellen und gemeinsam zu bearbeiten, gegenzulesen und zu korrigieren. Gleichzeitig können sie die Arbeitsweise in einem Wiki und die Wikisyntax kennenlernen sowie Inhalte für Wikipedia-Artikel vorbereiten. Schon die ausführlichen täglichen Dokumentationen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer bieten einen guten Überblick über Vortragende und Inhalte, Diskussionen und Ergebnisse, Begegnungen und Erlebnisse während der Sommeruniversität. Diese Dokumentationen bilden die Grundlage für die Einzelarbeiten zu Themen wie „Archäologie in Wien: Welterbe im Untergrund“, „Tiergarten Schönbrunn: Tierschutz versus Denkmalschutz“, „Zerstreute Sammlungen: Zusammenführung in der Salzburger Landesausstellung 2016“ oder „Kulturvermittlung und Fremdenführerausbildung in Österreich“. Die Dokumentationen der Studierenden haben bereits jetzt Verbesserungsbedarf und Ausbaumöglichkeiten für Wikipedia-Artikel aufgezeigt. Bei Edit-a-thons im Herbst in Wien und in Salzburg können sie die Arbeitsweise in den Wikimedia-Projekten perfektionieren und selbst weiterhin als Autorinnen und Autoren zu dieser Wissenssammlung beitragen.

Beppo, 25. August 2016

Bericht von den Wikipedia:Landstreichern im Allgäu

Sanfte Hügel dominieren den westlichen Teil des Allgäus, vielfach Hinterlassenschaften eiszeitlicher Gletscher

Schon zum zweiten Mal durfte der Autor dieser Zeilen am Wochenende vom 5. bis 8. August 2016 mit den Süddeutschen Kollegen gemeinsam durch das bayerische Allgäu ziehen auf geologischer Entdeckungsreise. Ein ganzes Wochenende lang lag der Fokus der elf Teilnehmer darauf, unter fachkundiger geologischer Anleitung aus dem hohen Norden (Benutzer:Geolina aus NRW) und mit organisatorischer heimischer Unterstützung (Benutzer:Hilarmont aus Kempten) die Gegend rings um die Gemeinde Weitnau zu erkunden. Dabei wurde erneut besonderen Wert darauf gelegt, diese Erkundungen fotografisch für Wikimedia Commons zu dokumentieren und lohnende Geotope zu besichtigen, über die in der Folge auch eigene Wikipedia-Artikel entstehen sollen.

So hangelte sich die kleine Gruppe interessierter Wikipedianer vom imposanten, hochwasserführenden Eistobel über einige Endmoränen, Molassewände und Drumlins (Fachbegriffe, die gerne in einer bekannten Internet-Enzyklopädie der Wahl nachgeschlagen werden dürfen) bis hin zum großen Finale am Sonntag, dem Besuch der Erzgruben-Erlebniswelt am Grünten. Auch ein kulinarischer Einblick in die Allgäuer Küche wurde den von außerhalb stammenden Teilnehmern am Samstag zu Mittag geboten, als gemeinsam Käsknöpfle (teilweise fälschlich als „Käsknöpfle“ bezeichnet – ein ewiger Streitpunkt zwischen dem aus Vorarlberg stammenden Autor dieser Zeilen und den Allgäuer Nachbarn) verspeist wurden. Es waren denn auch neben den interessanten und lehrreichen Erläuterungen unserer fachkundigen und eindeutig für ihr Fach brennenden Leiterin gerade auch diese geselligen Momente mit anderen Wikipedianern, die auch diesesmal das Projekt-Treffen wieder zu einem ganz besonders gelungenen und motivierenden Erlebnis machten.

Schon 2015 hatte ich angekündigt, mit einer Fortsetzung des Formats diesseits der Grenze, im Vorarlberger Hochgebirge nämlich, zu spielen. Ich hoffe, 2017 diese Ankündigung einmal in die Tat umsetzen und mich für die großartige Organisation somit ein klein wenig revanchieren zu können. Im Einsatz für freies Wissen sollte uns kein Winkel zu entlegen und kein Berggipfel zu steil sein. Das ist unser Anspruch und unsere Mission!

Weitere Infos zum WikiProjekt Landstreicher finden sich unter Wikipedia:WikiProjekt Allgäu/Landstreicher.

Plani, 10.8.2016

Preisträger Wiki Loves Earth 2016

Die Jury hat entschieden: Die Preisträger von Wiki Loves Earth 2016 in Österreich stehen fest. Wir gratulieren allen Gewinnerinnen und Gewinnern herzlich!


1. Platz

Jörg Braukmann

Klafferkessel (Naturschutzgebiet in der Steiermark)

Klafferkessel vom Greifenberg.jpg


2. Platz

GeKo15

Zollner See mit Hohen Trieb (Naturdenkmal in Kärnten)

Zollner See mit Hohen Trieb.jpg


3. Platz

Duke of W4

Lindenallee entlang der Landesstraße 8128 (Naturdenkmal in Niederösterreich)

Lindenallee entlang der Landesstraße 8128 03 2016-01 NÖ-Naturdenkmal WT-071.jpg


4. Platz

Rawuzl

Teufelsloch (Naturdenkmal in Oberösterreich)

300703-09 - Teufelsloch 1.JPG


5. Platz

Michael Burgholzer

Linde in Maria Bühel (Naturdenkmal im Land Salzburg)

Linde in Maria Bühel 4.jpg


6. Platz

Mittermair

Loser (Naturschutzgebiet in der Steiermark)

Loser, 12 DG10 692e.JPG


7. Platz

GeKo15

Großer Bodensee im Nassfeld (Naturdenkmal in Kärtnen)

Großer Bodensee Nassfeld -1.jpg


8. Platz

Michael Burgholzer

Alte Kaiserbuche (Naturdenkmal im Land Salzburg)

Alte Kaiserbuche 1.jpg


9. Platz

Norbert Essl

Rettenbachklamm (geschützter Landschaftsteil in der Steiermark)

20160521 WLE Rettenbachklamm 001.jpg


10. Platz

Puusterke

Lacken im Seewinkelː Oberer Stinkersee (Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel)

Lacken im Seewinkelː Oberer Stinkersee 02.jpg

Annemarie und Raimund, 31. Juli 2016


Berichte der österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wikimania 2016

Die Berichte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wikimania 2016 in Esino Lario sind nun online.

Notizen vom Süddeutschlandtreffen 2016

Im Frühjahr 2016 kam ich im Rahmen wikipedianischer Treffen zwei Mal in das wunderschöne Bayern.

Ende April fand in einer kleinen Ortschaft nahe Bamberg das Treffen der Jury des 24. Schreibwettbewerbs statt. Nach Vorgesprächen mit meinem Co-Juror Plani in Wien im Bereich Gesellschaftswissenschaften kamen wir in einem Kreis von fünf Personen zusammen um den Sieger des Früjahrswettbewerb zu küren. Die Auswahl war nicht leicht. Doch bereits nach weniger als 24 Stunden konnten wir einstimmig Arnolf von Kärnten als Siegerartikel präsentieren. Die Arbeit der Jury war sehr produktiv und effizient. Dazwischen ging sich sogar noch ein abendlicher Rundgang durch die Bamberger Altstadt aus.

Das zweite wikipedianische Treffen führte mich am Pfingstwochenende ins Allgäu. Von 14. bis 16. Mai 2016 fand das Wikipedia:Süd­deutschland-Treffen an seinem bisher südlichsten Punkt statt, in der schönen Stadt Kempten im Allgäu. Der lokal ansässige Wikipedia Hilarmont organisierte ein umfangreiches Programm um die Stadt Kempten näher kennenzulernen - sehr zur Freude von rund 20 Wikipedianern, die aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen. Das Wetter spielte zwar nicht ganz mit - es war regnerisch und kalt - aber die qualitativ sehr hochwertigen Führungen durch Highlights wie die Prunkräume der Fürstäbtlichen Residenz, die barocke Basilika St. Lorenz, die unterirdische Erasmuskapelle, die Kemptener Altstadt, das römische Cambodunum und als technische Bauwerke noch das Wasserkraftwerk Keselstraße und die größten Stampfbetonbrücken der Welt sorgten für bleibende gute Erinnerungen. Auch die Sonntagsmesse mit der ersten Aufführung einer Messe von F.X. Richter nach 250 Jahren war sehr beeindruckend. Daneben durfte natürlich auch das leibliche Wohl - verschiedenste Allgäuer Spezialitäten - nicht zu kurz kommen. Unvergleichlich war das Frühstücksbuffet mit Blick über die Altstadt von Kempten. Danke für die Organisation, vielleicht sieht man sich ja im nächsten Jahr an der deutsch/österreichischen Grenze. --Austriantraveler (Diskussion) 13:01, 8. Jul. 2016 (CEST)


Stipendien für die WikiCon 2016

Veranstaltungsort der WikiCon 2016

Die WikiCon, das jährliche Treffen der deutschsprachigen Wikimedia-Communitys, naht in großen Schritten. Dieses Jahr geht es von 16. bis 18. September nach Kornwestheim bei Stuttgart/Deutschland:

Seit wenigen Tagen ist nun das Anmeldeformular online: https://wikicon.org/?p=register

Willst du mit Unterstützung von Wikimedia Österreich teilnehmen? Wir vergeben wieder eine begrenzte Anzahl von WikiCon-Stipendien, die Folgendes umfassen:

  • Teilnahmegebühr
  • Hotelzimmer von Freitag bis Sonntag
    • in einem vorgegebenen Hotel (im Anmeldeformular: „Ich möchte ein Zimmer über Wikimedia Deutschland buchen.“)
    • bei Einzelzimmerwunsch ist die Differenz selbst zu bezahlen
  • Hin- und Retourfahrt mit der Bahn (konkret mit dem WikiCon-Veranstaltungsticket innerdeutschlands zuzüglich Fahrt bis zur deutschen Grenze – Details vereinbaren wir mit euch individuell)

BITTE MELDE DICH MÖGLICHST BALD unter verein@wikimedia.at bei uns, wenn du mit Stipendium zur WikiCon fahren willst. Bei einer Zusage müsstest du jedenfalls zusätzlich noch selbst das WikiCon-Anmeldeformular ausfüllen.

Nach einer Fristverlängerung ist es übrigens jetzt noch bis 15. Juli möglich, Programmbeiträge für die WikiCon 2016 einzureichen:

Ich freue mich auf einen hohen Österreicher-Anteil in Kornwestheim!

Raimund Liebert, 5. Juli 2016


Ergebnisse der Community-Befragung 2016

Wir haben von 13. bis 31. Mai 2016 eine anonyme Befragung in der österreichischen Community durchgeführt. 86 Personen haben sich daran beteiligt – danke dafür! Die Ergebnisse helfen uns als Verein dabei, noch besser zu werden, und fließen in unsere Strategiearbeit ein.

zu den Ergebnissen

Eine von vielen interessanten Auswertungen:

Survey201609.JPG

Raimund Liebert, 3. Juni 2016


Die Jungwikipedianer-Convention 2016

Mein Name ist Lkoteht, ich bin 17 Jahre alt und komme aus Tirol. Die Jungwikipedianer sind eine Einrichtung und Gemeinschaft von – wie der Name schon sagt – jungen Wikipedianern bis 18 Jahren, in der diskutiert, abgestimmt und geholfen wird.

Vergangenes Wochenende bekam ich von der WMAT die Möglichkeit, zur Jungwikipedianer-Convention 2016, also dem jährlichen Jungwikipedianer-Treffen, nach Hannover, Deutschland zu fliegen.

Am Samstag, den 21.5. startete ich am Flughafen Innsbruck. Nach einem 3-Stündigen Flug nach Hannover wurde ich von Kenny McFly, ebenfalls Jungwikipedianer, am Flughafen abgeholt. Eine kurze Fahrt später kamen wir im Zentrum Hannovers an, nach einer netten Begrüßung begaben wir uns in das Wiki-Büro und starteten unsere Laptops.

Nun wurden wir von Bernd Schwabe, einer lokalen Wikipedia-Berühmtheit, begrüßt und auf die Regeln hingewiesen. Daraufhin begrüßte uns auch Martin Rulsch (DerHexer), unser „Aufpasser“.

Danach veranstalteten wir eine sehr amüsante Vorstellungsrunde und machten uns an die „Planung“ für unser Mittagessen, welches aus Pizza bestand und nach zwei interessanten Vorträgen über „Wie hole ich das Maximum aus meiner Kamera heraus?“ und „Bildbearbeitung“ von SDKmac eingenommen wurde. In den Vorträgen erklärte er uns zum Beispiel, welche die seiner Meinung nach besten Programme für Bildbearbeitung sind und was man bei den Kameraeinstellungen beachten muss.

Nach dem Essen erhielten wir drei ebenfalls sehr interessante Vorträge zu den Themen „Theorie und Praxis des Fotografierens“, „Grundlegende Bildbearbeitung“ und „Wikimedia Commons“, in der uns Carschten zum Beispiel erzählte, was man beim Fotografieren im Freien beachten sollte, wie man stürzende Linien beseitigt, wie die Georeferenzierung funktioniert und wie man am Effektivsten Bilder in die Wikimedia hochlädt.

Abschließend referierte Martin Rulsch / DerHexer über die Fördermöglichkeiten der WMDE und WMAT. Es folgte eine Diskussion über eine Anhebung der Altersgrenze, welche zum Ergebnis hatte, dass die JWP auch für über 18-jährige offen sind, auch wenn diese offiziell nicht Mitglieder werden können.

Der Abend wurde mit einem Abendessen im Restaurant Maredo und Public Viewing des Pokalfinales abgeschlossen, es gab auch noch den ein oder anderen nächtlichen Ausflug ;) .

Am Sonntag gab es nach einem guten Hotelfrühstück eine Diskussion über das Thema „Wie gewinnen wir neue Jungwikipedianer?“, bei der herauskam, dass wir die JWP bekannter machen müssen. Schließlich schauten wir uns noch den Galileo-Beitrag über die Wikipedia an und testeten das Wikigame für die Tincon.

Am Schluss gab es noch eine Inscape-Einführung durch Metrophil und Freddy2001, Fragen ans SG und MP und ein Abschlussessen (wieder Pizza) beim Restaurant Steinhof. Dann traten alle die Heimreise an.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich traurig bin, die JWP in einem Monat verlassen zu müssen, da ich dann 18 Jahre alt werde – ich werde den JWP aber natürlich erhalten bleiben und nach Möglichkeit weiter Treffen besuchen!

Lkoteht, 26.5.2016


Schiedsgerichts-Treffen 2016 in Fulda

Fulda, wo war das noch gleich?“ Wem bei der Überschrift dieses Berichts dieser Gedanke als erstes durch den Kopf schoss, dem ergeht es nicht anders als dem Autor dieser Zeilen, als er im Jänner dieses Jahres erstmals die Einigung seiner Schiedsgerichts-Kollegen auf diese mitteldeutsche Stadt als Austragungsort des Schiedsgerichts-Frühjahrstreffens 2016 präsentiert bekam. Wer dann einen Atlas zur Hand nimmt (oder gar diese eine Website im Internet besucht, auf der man zu fast jedem Thema etwas finden kann), wird rasch feststellen, dass Fulda eine nette Kleinstadt im Norden des deutschen Bundeslands Hessen ist. Und noch etwas wird dem Betrachter dabei augenblicklich klar werden – der Grund für die Wahl gerade dieser Stadt. Fulda ist nämlich quasi im geografischen Mittelpunkt Deutschlands und ideal erreichbar mit dem Auto und der Bahn gelegen. Nachdem das aktuelle Schiedsgericht abgesehen von meiner Wenigkeit ausschließlich aus Bürgern unseres nördlichen Nachbarstaats besteht, war die Entscheidung einen zentral in eben diesem Nachbarstaat gelegenen Ort als Treffpunkt zu wählen rasch getroffen.

Gemeinsam wurde also in der Runde von neun der amtierenden zehn Schiedsgerichts-Mitglieder (eine wirklich gute Quote für ein reales Treffen!) ein intensives Arbeitstreffen veranstaltet. Dabei ging es neben den aktuell beim Schiedsgericht anhängigen Anfragen etwa um Themen wie die Diskussion über Arten von Konflikten in der Wikipedia, die Beschäftigung mit den internen Abläufen des Schiedsgerichts und auch dessen Stellung innerhalb des "Systems Wikipedia". Neben diesen intensiv diskutierten Themen fanden die SG-Mitglieder aber auch Zeit, am Samstagabend dem Nordhessen-Wikipedia-Stammtisch einen Besuch abzustatten und Kontakt mit Teilen der lokalen Community zu knüpfen.

Alles in allem wechselten sich überhaupt arbeitsreiche und vergnügliche Momente ausgewogen ab an diesem Wochenende, was sehr gut dem Charakter der Tätigkeit als SG-Mitglied überhaupt entspricht.

Plani, 08.05.2016

HTL Pinkafeld zur Zweiten

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Die beiden Klassen beim Vortrag

Bereits zum zweiten Mal führen wir an der HTL in Pinkafeld ein Schulprojekt durch. Heinz Bundschuh, seines Zeichens Lehrer in Informatik an den beiden vierten Klassen der Informatikabteilung, ergriff letztes Jahr schon die Initiative und ließ seine Schüler ohne jede Unterstützung durch uns jeweils einen Artikel für das RegiowikiAT erstellen. Heuer versuchten wir ihm dabei etwas professioneller zu helfen.

Ziel des Projektes ist, Schülern die richtige Handhabung von Wikipedia zu erklären, Kenntnisse über freie Lizenzen zu vermitteln, sowie neutrale und belegte Artikel zu erstellen. Dies vor dem Hintergrund, dass heute Techniker auch jederzeit imstande sein müssen, sich Wikis in Unternehmen für die verschiedenen Beschreibungen, sogenannten Enterprise Wikis zu bedienen.

Bereits zu Beginn des achtwöchigen Projektes hatte ich die Möglichkeit vor etwa 35 Schülern der beiden vierten Klassen etwas über Wikipedia, Wikimedia sowie eben die für uns üblichen Themen zu erzählen.

In der Folgewoche erfolgten je ein Editathon pro Klasse von Raimund, den ich in diesem Fall nur unterstützte. Obwohl sich die Schüler erst eine Woche mit dem Wikieditieren beschäftigten, merkte man sofort die Affinität zur EDV. Mit der guten Vorbereitung der Quellen seitens Raimunds erstellte die Klasse einen ansehnlichen Artikel über die Filialkirche in Riedlingsdorf. Immerhin wurde der Artikel bereits am ersten Tag über 270 Mal aufgerufen, ohne nennenswerten Änderungen, was heute in Wikipedia sicher nicht einfach ist. Der zweite Editathon ergab den Artikel über die ehemalige Synagoge in Oberwart, der auch trotz der nicht so guten Quellenlage einen schönen Artikel ergab.

Da die programmtechnischen Erklärungen bei beiden Klassen durch bereits vorhandene Übungen im RegiowikiAT im Eiltempo erfolgen konnten, blieb noch genug Zeit, auf andere Fragen im Wikipediabereich einzugehen. So wurde an beide Klassen im Zusammenhang mit den Artikeln auch der Appell gerichtet, sich mit dem Hochladen von passenden Fotos zu beschäftigen.

Alter Webstuhl in der Tuchmacherstadt Pinkafeld

Nach dem zweiten Editathon wurde noch ein Fototermin mit dem Stadtmuseum vereinbart. Während Raimund die Stadt etwas durchstreifte um weitere Fotos beispielsweise diverser Bildungseinrichtungen zu machen, war ich im normalerweise zu diesem Zeitpunkt geschlossenen Museum beschäftigt, von Besuchern ungestört Fotos zu machen. Dazu möchte ich mich auch an dieser Stelle bei den Museumsbetreibern, vor allem Frau Köberl für die Unterstützung bedanken. Natürlich kam mir die neu gestaltete Ausstellung über die älteste Feuerwehr Burgenlands in Pinkafeld meinen sonstigen Interessen sehr entgegen.

Auch wenn das Projekt in der HTL ja noch ein paar Wochen laufen wird, sehe ich es schon jetzt als Erfolg, einerseits die Medienlandschaft rund um Wikimedia persönlich an die Frau oder Mann zu bringen, was mit Lesetipps sicher nicht erreichbar wäre und andererseits sowohl in Wikipedia als auch im Regiowiki eine Menge neue Artikel zu erhalten. Dazu kann ich dem eigentlich Initiator an der Schule Heinz Bundschuh nur gratulieren und ebenso Wikimedia Österreich für die Unterstützung danken.

Karl Gruber, 6. Mai 2016


Notizen von der WikiCon 2015

Die WikiCon 2015 fand von 18. bis 20. September 2015 in Dresden statt. Veranstaltungsort war das Deutsche Hygiene-Museum.

Programm-Anschlagtafel auf der WikiCon
Notizen von Agruwie

Ein neues Jahr, eine neue WikiCon

Die Konferenz WikiCon bietet von Jahr zu Jahr nicht nur einen guten Einblick in jene Thematiken, die die Wikipedia-Community aktuell beschäftigt, sie ermöglicht auch tiefergehende Einblicke in die Tätigkeit und die verwendeten Techniken anderer Wikimedia-Projekte zu gewinnen. Als wichtige Ergänzung leisten auch die DACH-Vereine mitsamt ihrer Geschäftsstellen einen großen Beitrag zur Konferenz, sei es durch Präsentationen, Workshops oder der organisatorischen und finanziellen Unterstützung.

Durch dieses vielfältige Spektrum an dargebotenen Interessensgebieten und Themen kombiniert mit dem direkten Kontakt zur Community der Wikipedia und ihren Schwesterprojekten hat sich die WikiCon als wichtiger Fixtermin im Wikipedia-Jahr etabliert.

Wegen der stetig wachsenden österreichischen WikiCon-Teilnehmerzahl entschlossen wir uns, diesmal die Anreise zur WikiCon nach Dresden nicht nur zu finanzieren sondern auch direkt zu organisieren. Ein eigens gemieteter Mercedes Vito Kleinbus in der extra langen Ausführung (und damit in der längstmöglichen Version) erwies sich für die 8 Personen gerade groß genug, um nicht nur das Gepäck sondern auch zusätzliches Ausstellungs-Equipment für die Konferenz mitzuführen. Die selbstorganisierte An- und Abreise funktionierte reibungslos, allerdings hatte ich ausreichend Vorbereitungszeit (einen Tag) und Nachbereitungszeit (einen halben Tag) für die Organisation und Anmietung des Busses bzw. Nachbereitung miteinkalkuliert. Zusammenfassend könnte das einzige mögliche Problem einer gemeinsamen Anreise per Bus dadurch entstehen, dass es bei den WikiCon Besuchern zwei potenzielle Interessensgruppen geben könnte: Die reinen Konferenzbesucher, die möglichst zeitnah anreisen und die Mitorganisatoren, Helfer und womöglich auch Vortragende, die eher frühzeitig den Veranstaltungsort erreichen wollen.

Jeder Veranstaltungsort weist seine jeweiligen Vorzüge und Nachteile auf, die jeweils sehr subjektiv wahrgenommen werden können. Im Vergleich zur Kölner WikiCon litt die Atmosphäre jedenfalls unter dem Umstand, dass im Foyer diesmal kein Platz für Aussteller zur Verfügung gestellt wurde und wider der Abmachung ein sogenanntes Wikimedia-Cafe eingerichtet wurde, das aber nur aus Sitzgelegenheiten bestand.

Abgesehen von dem oben genannten Punkt war Veranstaltung gut organisiert, die angebotenen Vorträge überwiegend interessant und gut präsentiert. Ein generelles Verbesserungspotenzial sehe ich in der Gestaltung des Programmfolders, in dem Veranstaltungen in den Nebenräumen dermaßen unideal platziert waren, dass angekündigte Samstagsveranstaltungen von der überwiegenden Anzahl der Konferenzteilnehmer erst am Sonntag und damit zu spät wahrgenommen wurden. Ich würde auch dafür Sorge tragen, dass jeder Vortragende nur eine begrenzte Anzahl an Vorträgen halten darf, um künftig den Effekt hintanzuhalten, dass einige wenige sehr populäre Vortragende mit ihrem fast während der gesamten Konferenz durchgehenden „Showprogramm“ eine schwer zu überwindende Konkurrenz zum gesamten restlichen Konferenzinhalt darstellen.

Als Resümee der insgesamt sehr gelungenen Konferenz in Dresden sollten bei den folgenden die oben geschilderten Problematiken verbessert werden. Da in Zukunft Wikimedia Österreich einen deutlich höheren Finanzierungsanteil tragen wird und damit auch das Mitspracherecht als deutlich gestärkt zu sehen ist, werden wir im Zuge der Vorbereitung der WikiCon 2016 entsprechende Verbesserungsvorschläge einbringen und auch durch Raimund Liebert und Agruwie direkt im Organisationskomitee der WikiCon2016 vertreten sein.


Notizen von Ailura

Nachdem ich keinen Vortrag hatte, konnte ich die Gelegenheit nutzen, ziemlich viele andere Vorträge zu besuchen und ein wenig in die etherpads zu kritzeln.

  • Sebastian Wallroth erzählte, was er eigentlich bei einer Exkursion an der Vokshochschule erzählen hätte wollen, die aber nicht stattgefunden hatte: man sollte seine Kamera immer mit beiden Händen und gerade halten.
  • Atamari berichtete gemeinsam mit Lilli und Barbara von Glam on Tour, das sich offenbar bei WMDE gerade zum Allzwecktitel für Fotoprojekte aller Art entwickelt.
  • Achim Raschka berichtete über Eich- und sonstige Hörnchen (und die Anzahl der Artikel im Vergeich zu anderen Tiergruppen). Das war das erste Mal in acht Jahren Wikipedia, dass mir der Gender Gap aufgefallen ist. Ich bin schockiert.
  • Regiomontanus und Austriantraveler versuchten einigermaßen erfolglos, den Anwesenden zu erklären, wie ein nahezu fertiges Denkmallistenprojekt aussieht. Ich schätze, die sind wohl noch nicht so weit...
  • Mit der KulTour, die Geolina vorstellte, gibt es weitere Fotoprojekte aus der Glam-Abteilung von WMDE.
  • Für "das Fotojahr 2016" konnte Sebaso noch nicht viele wirklich spruchreife Ideen ermitteln. Es könnte was mit Architekturfotografie geben. Und es wäre mal wieder Photokina (Vorsicht, Falle).
  • Vom Vortrag "Open Educational Resources" habe ich mitgenommen, dass WMDE punktuelle einzelne Schul- und Universitätsprojekte eher kritisch sieht und von daher keine solchen Projekte fördert.
  • Ordercrazy versuchte mit Heißluftballonfahrten im Thema zu provozieren, aber letztendlich ging es doch nur darum, dass vieles in der Projektförderung möglich ist, wenn man ein Konzept hat.
  • Anschließend stellte Christian Rickerts die messbaren Ziele von WMDE für 2016 vor.
  • Die Eulenverleihung war nur halb so lang wie letztes Jahr und wir sind stolz auf mehrere Österreichische Preisträger.
  • Am Sonntag berichteten Braveheart über plurizentrische Sprachen und Man77 über Orientalistik.

Besonderer Dank gilt Agruwie, der die Reise trotz unsicherer Grenzsituationen vorbildlich organisiert und uns alle pünktlich und wohlbehalten nach Hause gebracht hat.

Notizen von Austriantraveler
  • Die WikiCon war die erste wikipedianische Großveranstaltung für mich. Es war sehr interessant, viele Benutzer erstmalig in "real life" kennnenzulernen und mit ihnen zu reden.
  • Gemeinsam mit Regiomontanus hielt ich einen Vortrag zur "Zukunft von WLM". Der Vortrag war nicht besonders gut besucht, jedoch fanden sich trotzdem ein paar Interessierte. Da wir in Österreich viel weiter mit den Denkmallisten und deren Bebilderung sind, war die Thematik für viele Besucher ferne Zukunftsmusik, was sich in den Fragen wiederspiegelte. Eventuell sollte man den Vortrag anders aufziehen.
  • WLM: Vor unserem Vortrag war ein Vortrag von Brücke zu WLM - nicht besonders spannend, da er den ganzen Vortrag bereits bei der Preisverleihung von WLMAT vorgetragen hat.
  • Interessant hab ich den Vortrag zur Landpartie gefunden, wo vom Ausflug im Vorjahr berichtet wurde. Er dürfte sehr gut gewesen sein, weil von den Teilnehmern nur Positives berichtet wurde. Vielleicht könnte man das ja für Österreich auf entlegene Denkmäler (WLM, WLE) adaptieren?
  • Den Vortrag zum Support Team hörte ich mir an, da ich schon länger überlege mich dafür zu bewerben. Auch in Gesprächen wurde ich dazu ermuntert, mich zu bewerben. Das werde ich mir jedoch nochmals durch den Kopf gehen lassen. Vor allem die Bilderfreigabe würde mich interessieren.
  • Gut fand ich den Vortrag von Gnom zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Wikipedianern.
  • Die Diskussion zur Kreuzdebatte war sehr angeregt und war ein guter Ansatz das Problem in den Griff zu bekommen. Die Diskutanten waren jedoch der Meinung, dass viele, die eine Lösung blockieren, nicht anwesend sind, was das ganze etwas schwieriger macht. Eine Diskussionsplattform, die von Achim Raschka vorgeschlagen wurde, gibt es bis heute nicht. Jedoch ist das Problem etwas in den Hintergrund gerückt.
  • Die Eulenvergabe war gut gemacht. Zwei Eulen (Geiserich77 und Herzi Pinki) gingen an österreichische Autoren. ich durfte die Eule für Herzi Pinki, stellvertretend für das Denkmalprojekt entgegennehmen.
  • Danke an Agruwie und Braveheart für den hervorragenden Transport.
Notizen von Braveheart
  • Gut besuchter Vortrag zu Plurizentrische Sprachen und Wikipedia am Sonntag Vormittag. Interessanterweise befand man nachher, dass die Situation in der deutschsprachigen Wikipedia für die meisten zufriedenstellend sei. Könnte aber auch vielleicht daran liegen, dass die Regelungen etwa im Vergleich zur französischen Wikipedia sehr tolerant sind
  • Manche WMDE-Vorträge (z.B. zum Förderworkshop oder zur Wikimania) wirkten unvorbereitet und daher etwas chaotisch. War allerdings bei letzterem auch nicht so schlimm, weil ohnehin fast nur Leute dort waren, die an der letzten Wikimania teilgenommen hatten. Oder auch doppelt so schlimm... ;-)
Notizen von Hubertl
  • Der Workshop/Vortrag von mir zum Universitätsprojekt wurde gut angenommen, mehr als 20 Teilnehmer. Es hat sich gezeigt, dass das Potential weit höher ist als es Personen gibt, welche solche Lehrveranstaltungen begleiten können. Auffallend war, dass trotz Anwesenheit von mehreren Leuten des Referentennetzwerks keiner von denen anwesend war. Die sind nachhaltig beleidigt.
  • mein zweiter Workshop (Hilfe, ich komme von der Fototour zurück und habe 2000 Bilder) war ebenso gut besucht, allerdings musste ich feststellen, dass ich keine CO-Veranstaltungen mehr machen werde. Ist alles zu zerfahren.
  • Ansonsten finde ich Veranstaltungen dieser Größenordung für weit besser, das jährliche Treffen mit einem großen Teil bereits alter Bekannter dient der Völkerverständigung im besten Sinne. WikiCon ist für mich ein Pflichttermin geworden.
  • Was mir fehlte war die Auseinandersetzung in der Frage des Umgangs mit Neulingen und dem Bestrafungsprivileg von einem guten Teil unfähiger Admins.
Notizen von Man77
Notizen von Raimund
Notizen von Regiomontanus

Von „August dem Starken“ zur „Gräfin Cosel“, vom „Bevedere“ ins „Grüne Gewölbe“, so gings hin und her, rauf und runter im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, wo auch „Weiße Flotte“, „Kristallpalästchen“ und „Elbsandsteingebirge“ als - meist zu kleine - Seminar- und Workshop-Räumlichkeiten darauf warteten, in bis zu sechs Tracks parallel von wikipedianischen Vortragenden bespielt zu werden. Zwar gab es viele Kurzvorträge und Doppel-Conférencen um wirklich alle Themen unterzubringen, das vermehrte jedoch nur die Qual der Wahl für die Anwesenden, sich unter den mehr oder weniger wichtigen Themen die richtigen auszusuchen.

  • WLM: Zusammen mit Austriantreveller nutzte ich die Gunst der Stunde, um gleich im Anschluss zum Ergebnisbericht „Fünf Jahre Wiki Loves Monuments – Der Beitrag der Wikipedianer zu einer Denkmaltopographie in Deutschland“ von Dr. Bernd Gross mit der Zukunftsvision „Was wird aus WLM, wenn wir zu beinahe allen Denkmälern Fotos haben?“ zu ergänzen. Sonderpreise, ein DenkmalCup sowie große und kleine Einzelprojekte stehen im Focus des nächsten Denkmal-Jahres der Wikipedia.
  • WLE: Im Anschluss daran ein kritischer Bericht von Benutzer:Blech zum Thema „Wiki Loves Earth in D, A und CH“. Blech war frustriert wegen des geringen Engagements der deutschen Wikipedianerinnen und Wikipedianer für die Organisation des Fotowettbewerbs zum Thema Naturschutz. Wir konnten dem Organisator jedoch unsere Unterstützung anbieten und schlugen vor, im kommenden Jahr eine Vorjury einzurichten, um die Hauptjury zu entlasten und gleichzeitig interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie in Österreich zu gewinnen. Auch die Schweiz will 2016 bei WLE mitmachen.
  • Seltsam: Was in dem Vortrag „Freie Bildung - Open Educational Resources (OER)… und was hat das mit Wikimedia zu tun???“ abgelehnt wurde, nämlich ein Team, das direkt an Schulen und Universitäten für Freies Wissen wirbt, wurde bei anderen Diskussionen vehement gefordert. Hubertl und Barnos präsentierten „Wikiversity – ein Neuanfang an der Uni Wien 2015 – und ein Blick voraus in die Wikipedia-Zukunftslabore“, wo zumindest Barnos ein Potential in der Arbeit an Universitäten sieht, neue Autorinnen und Autoren aus dem akademischen Bereich für die Wikipedia zu gewinnen.
  • Interessant: Benutzer Tolanor brachte ein altes Thema erneut auf das Tapet: Die Frage der sogenannten „Primärquellen“. Darf ich ein Buch von Hanna Arendt für eine Darstellung in ihrer Biographie in der WP als Quelle verwenden, auch wenn eine Autorin in der Sekundärliteratur ihr widerspricht und offenbar ihr Werk nicht gelesen oder nicht verstanden hat? Nein! - Das darf ich natürlich nicht, ich muss der Sekundärliteratur folgen. Trauriges Beispiel: Was auf verschiedenen Fotos (diese gelten ebenfalls als Primärquelle) für alle evident dargestellt ist, darf ich für eine Beschreibung in der WP nicht verwenden, schon gar nicht, wenn in der (vielleicht schon veralteten) Sekundärliteratur etwas Anderes behauptet wird (Vgl. Fall Schuhschnabel). Tolanor, Micha L. Rieser und ich werden uns dafür einsetzen, dass der betreffende Absatz bei Wikipedia:Quellen endlich geändert wird.
  • Positiv: Die Österreicher konnten zwei „Eulen“ einheimsen, die beliebten Preise der „Eulen-Academy“ für hervorragende Leistungen im Dienste unserer Enzyklopädie Wikipedia. Austriantraveller nahm die Eule für Herzi-Pinki und dessen Arbeit im Hintergrund der österreichischen Denkmallisten entgegen, da der Autor nicht persönlich bei der Verleihung in Dresden anwesend sein konnte. Geiserich77 bekam die „Autoren-Eule“ für seine zahlreichen Artikelneuanlagen, die ihm unter anderem den Sieg im WikiCup eingebracht hatten. Da Geiserich aus familiären Gründen ebenfalls nicht anwesend war, hatte ich die Ehre, die schöne Figur zusammen mit der schriftlichen Laudatio zu übernehmen und nach Wien zu bringen.


Bericht: AdminCon in Cuxhaven

Cuxhaven, AdminCon 2016: Am anderen Ende des deutschen Sprachraums

Unmittelbar vor der Osterwoche kamen zum vierten Mal nach 2012, 2014 und 2015 Benutzer mit erweiterten Rechten (Administratoren, Oversighter, Stewards und andere) sowie wikipedianisches „Fußvolk“ mit Interesse an administrativen Prozessen zusammen, um über heikle Fälle der jüngeren Vergangenheit, wichtige Themen der wikipedianischen Gegenwart und Ideen zur Weiterentwicklung der bisherigen Prozesse für die Zukunft ausführlich zu diskutieren. Im inoffiziellen Teil des Wochenendes wurde unter anderem der 15. Geburtstag der deutschsprachigen Wikipedia nachgefeiert und über Verschiedenstes diskutiert; eine administrative Intrige gegen die Nichtanwesenden, hier seien die Daheimgebliebenen beruhigt, stand nicht zur Debatte.

Auch in Cuxhaven gilt: „Wenn ich einen Vogel sehe, der wie eine Ente geht und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt, nenne ich diesen Vogel eine Ente.“ Auch wenn die Ente wie eine Konfliktsocke versucht ihre Identität durch Verstecken ihres Schnabels zu verschleiern.

Zwei Mitglieder der österreichischen Community – Man77 und Regiomontanus – ließen sich vom weit im bundesdeutschen Norden gelegenen Veranstaltungsort nicht abschrecken und nahmen, unterstützt von Wikimedia Österreich, gemeinsam mit zwei Schweizern und über fünfzig deutschen Wikipedianern an der diesjährigen AdminCon teil. Wie schon zum Beispiel bei der WikiCon 2015 fiel der österreichische Beitrag weniger durch seine personelle Quantität auf als durch seinen Niederschlag im Programm der Veranstaltung. Nachdem Raboe 001, der sich seit Herbst um die Organisation der AdminCon gekümmert hatte, kurzfristig kürzer treten musste, bestand die „Not-Orga“ zum einem Drittel aus Österreichern, während drei der sechzehn Vorträge und Diskussionsrunden im offiziellen Programm in wesentlichen Teilen von Man77 oder Regiomontanus gestaltet wurden.

Für Man77, der in der Programmgestaltung und als Technik-Betreuer erstmals Orga-Luft schnuppern konnte, bot der Aufenthalt in Cuxhaven die Möglichkeit gänzlich neue Erfahrungen zu sammeln und Communitytreffen aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Diese Umstände machten den Ausflug an die Nordsee einerseits nicht zu einem besonders erholsamen und nervenschonenden, andererseits erlauben es die positiven Rückmeldungen und einmal mehr die herzliche Atmosphäre auch ihm, die AdminCon positiv im Gedächtnis zu behalten.

Der Einleitungsvortrag von Marcus Cyron zum Thema „Was ist Relevanz und wie gehen wir in Wikipedia damit um“ gab ein wichtiges Thema der AdminCon vor. Kann ein Artikel, der die Relevanzkriterien nicht zu 100 Prozent erfüllt, durch gute Qualität und belegte Informationen dennoch in die Wikipedia Aufgenommen werden? Vertreibt man durch allzu rigorose und vor allem rasche Löschungen nicht neue Autoren, ebenso Alteingesessene wie Marcus Cyron, der einige Löschanträge gegen von ihm verfasste Sportartikel zu verbuchen hatte? Die Aufnahme des Themas war erstaunlich wohlwollend und die Anliegen von Marcus fanden bei vielen Anwesenden Verständnis, was man in den Löschdiskussionen, die innerhalb der Wikipedia nach der AdminCon stattfanden, bereits bemerken kann.

„Neue Ehrenamtliche gewinnen und halten“ war auch das Thema, über das Regiomontanus berichtete. Vom 19. – 21. Februar 2016 fand zu diesem Thema erstmals ein großes Community-Workshop mit fast 40 Teilnehmern in Berlin statt. Auch drei Österreicher waren dabei vertreten. Regiomontanus hatte es übernommen, die Ergebnisse des Workshops an die Admins weiterzugeben und mit ihnen zu diskutieren. Denn Administratoren sitzen an den Schlüsselstellen, wenn es darum geht, Neulingen zu helfen und sie zur weiteren Mitarbeit in der WP zu motivieren. Zwar ist hauptsächlich die Community selbst dafür verantwortlich, eine freundliche Atmosphäre der Zusammenarbeit zu schaffen, die Admins wurden jedoch von den Berliner Workshop-Teilnehmenden ausdrücklich darum gebeten, durch strenge aber faire Maßnahmen gegen Beleidigungen und Angriffe gegenüber Neulingen vorzugehen. Es wurde beim Workshop eine Bevorzugung von etablierten Benutzern gegenüber Neulingen vermutet. Außerdem sollten beim Löschen von Artikeln bestimmte Mindestfristen eingehalten werden, falls es sich nicht um Unsinnsbeiträge oder Vandalismus handelt.

DerHexer, eben wiedergewählter Steward für alle Wikimedia-Projekte, berichtete über ein internationales Stewardtreffen und über die Aufgaben der sogenannten „Global Admins“, die in Wikimedia-Projekten tätig werden, in denen es nicht genügend Admins gibt.

Ebenfalls im Programm stand ein Vortrag zu Untotem Wikirecht, in dem Man77 den Vorschlag einbrachte, das etwas in Vergessenheit geratene Temp-Deadmin- und Deadmin-Verfahren der deutschsprachigen Wikipedia aufzumodeln. Der Vorschlag wird, nachdem er von den Anwesenden tendenziell positiv kommentiert wurde, in den nächsten Monaten in Form eines Meinungsbildes ausgearbeitet und so der Community vorgelegt werden. Gemeinsam mit Rax leitete Man77 außerdem eine Diskussion zur Frage ein, ob und wann Sperren nur einem Benutzerkonto oder auch der Person, die das Konto betreibt, gilt.

Mehr Informationen über das Treffen findet man in der Wikipedia oder im Pressebericht der Cuxhavener Nachrichten.

Man77 und Regiomontanus, 14. April 2016

Coden im gelobten Land: Bericht vom Hackathon in Jerusalem

Von Jerusalem nach Vienna

Jerusalem Pilgerstadt - in diesem Jahr kam zu den üblichen Verdächtigen eine neue Gruppe Pilger hinzu: Software-Entwickler aus dem Wikiversum, die an die Macht Freien Wissens glauben und sich jährlich zusammenfinden, um MediaWiki weiterzuentwickeln. Da WMAT den kommenden Hackathon in 2017 ausrichten wird, war ich war mit einer kleinen Delegation aus Österreich vor Ort beim Hackathon in Jerusalem, um uns mit den Organisatoren und Teilnehmern auszutauschen und uns im Rahmen der Abschlussveranstaltung am Sonntag als nächster Austragungsort zu präsentieren. Der diesjährige Hackathon war eine rundum gelungene Veranstaltung und wir konnten viele wertvolle Anregungen mitnehmen. Gleichzeitig nutzen wir die Gelegenheit, erste Planungsgespräche mit dem zuständigen Teams der Foundation zu führen.

Auch ohne selbst zu programmieren, gab es außerdem Möglichkeiten sich zusätzlich in die Veranstaltung einzubringen: insbesondere als Anwender von Evaluationstools für unsere Projekte und Programme. Daneben konnte ich bei den Kollegen aus Israel Inspiration sammeln, was Trainingsmaterialien für den Visual Editor und Neulinge im Rahmen von Bildungsprogrammen angeht. WMIL betreibt ein sehr erfolgreiches Education Program und hat neben ausführlichen Standardisierten Lernmodulen in Form von Folien auch eine eigene Lernsoftware entwickelt.

Im nächsten Schritt werden wir unsere Ziele für den Hackathon in Österreich im Rahmen der Strategiesitzung am kommenden Wochenende besprechen, um anschließend die Zeit- und Budgetplanung mit der Foundation anzugehen. Für alle, die mit zur Wikimania nach Esino Lario fahren und die sich für die Mitorganisation des Hackathons interessieren, besteht dort die Gelegenheit das Team der Foundation und Mitglieder der internationalen Entwickler-Community persönlich kennenzulernen und sich den Hackathon während der Pre-Conference anzusehen.

Claudia Garád, 3. April 2016

Bericht: Editathon in Heiligenkreuz

Editathon im Bernhardinum in Heiligenkreuz

Am 14. März 2016 hielten wir, das war vor allem Raimund und ich, in der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. im Stift Heiligenkreuz einen Editathon ab. Im Rahmen des Projektes im Sommersemesters 2016, wo sich Studierende um eine Wissenschaftliche Auseinandersetzung und „Zensur“ je eines Kapitels des HistoCat bemühen, wurde am Anfang des Seminars, das Pater Alkuin, der auch schon einige Jahre Wikipediaerfahrung hat, leitet, ein Editathon abgehalten. Dazu wurden auch andere Teilnehmer der Hochschule eingeladen. Aufgrund des straffen Zeitrahmens von knappen zwei Stunden wurde es schon ein Crashkurs. Es konnte wirklich nur auf die Wikitechnik eingegangen werden, denn es konnte gerade noch der von Raimund vorbereitete Artikel über Gabriel Fazeny abgespeichert werden, als schon die ersten den Kurs verlassen mussten. Ich persönlich finde es schade, da noch einige Fragen in der Luft lagen, zu deren Beantwortung wir leider keine Zeit hatten. So konnte auf die Fragen über Lizenzen, Relevanzen oder Registrierungen kaum eingegangen werden, was aber für eine erfolgreiche Mitarbeit auch sehr wichtig ist, um nicht später negative Erlebnisse zu haben. Trotzdem sage ich Pater Alkuin ein Dankeschön, dass er uns diese Gelegenheit gab, die auch für uns viel neues brachte, und ersuche ihn dafür seine Erfahrungen an die Studierenden weiterzugeben.

Bereits am 5. März 2016 waren wir für einen Editathon bei der Lehrveranstaltung Neue Medien in Geschichtswissenschaft und Geschichtsunterricht an der Universität Wien zu Gast. Auch der dort gemeinsam geschriebene Wikipedia-Artikel kann sich sehen lassen: Palais Larisch-Mönnich.

 Commons: Heiligenkreuz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Uni Wien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Karl Gruber, 15. März 2016

Stammtisch und Monumento in Salzburg

Orgeln spielten beim Stammtisch eine große Rolle, da der Salzburger Benutzer Schmeissnero ein Orgelexperte ist, der schon viel zu den Artikeln über Kirchen in der WP beigetragen hat. Am Tag nach dem Stammtisch fotografierte Pimpinellus die Orgel im Salzburger Dom und spendete das Bild unter einer freien Lizenz.
Das BDA war mit einem großen Stand und zahlreichen Fachleuten vertreten.
Freundlich und in gemütlicher Atmosphäre: Ungarns Denkmalamt (Gyula Forster National Centre of Cultural Heritage Management) steuerte auch einige Vorträge zum Programm bei.
Holzgeschnitzte Heiligenfiguren brachte das Denkmalamt der Slowakei mit. Man sprach deutsch.
Einen sehr großen und gut besuchten Stand betreute Slowenien. Hinter den Kulissen gab es jede Menge Broschüren und Fachpublikationen auf Deutsch und Englisch.
Knapp besetzt aber freundlich war man beim Denkmalamt der Tschechischen Republik.
Auch der Stand der Provinz Südtirol und das Südtiroler Burgeninstitut waren Besuche wert. Die Südtiroler präsentierten Weine aus der Region.
15-Jahre-Jubiläumsstammtisch

Der im Anschluss an die „monumento“, die internationale Denkmalmesse in Salzburg, anberaumte Stammtisch am 29. Jänner 2016, konnte „mehrere Fliegen mit einer Klappe“ erfassen:

  • Zusätzlich zu den Terminen in Wien, Graz, Linz und Dornbirn den 15. Geburtstag der Wikipedia auch in Salzburg zu feiern. (siehe 15 Jahre Wikipedia)
  • Den Salzburger Stammtisch, der eine Brückenfunktion zu den bayerischen Kollegen in der deutschsprachigen Wikipedia einnimmt, zu reaktivieren. (siehe Wikipedia: Salzburg)
  • Die Anwesenheit von drei bayerischen Kollegen (und einem aus Berlin angereisten Österreicher) während eines von WMDE geförderten Projekts zur Denkmaltopographie für Kontakte und Diskussionen zu nutzen. (Wikipedia:Förderung/Monumento 2016 Salzburg)
  • Konkrete Möglichkeiten zu Projekten anlässlich der 200-Jahr Feier des Landes und der Stadt Salzburg als Teil Österreichs anzuleiern. 200 Jahre Salzburg bei Österreich

Ein Stimmungsbericht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse gleich nach dem Stammtisch ist auf der Wikipedia-Seite zum Salzburger Stammtisch zu finden.

Ohne Torte, aber mit Fotokalendern, Foldern, Bierdeckeln und natürlich Schokolade wurde des 15. Geburtstags der Wikipedia (gegründet im Jänner 2001) gedacht. Besonders beliebt bei den Musikfans war das Motiv mit Johann Strauß Sohn auf den Bierdeckeln. Es wurden Berichte und Anekdoten der einzelnen Teilnehmer aus den vergangenen Wikipedia-Jahren abgegeben, wie sie zur Wikipedia gekommen waren und was derzeit ihre Arbeitsschwerpunkte sind.

Wie bei der "monumento" vor zwei Jahren wurde der Stammtisch wieder im Gablerbräu abgehalten, mit sehr freundlicher Bedienung in einem großen, historischen Gasthaus. Der Stammtisch schloss also an die Tradition an, die auch von den bayerischen Teilnehmern geschätzt wurde. Leider mussten altgediente Mitarbeiter des Portals Salzburg in der WP wie Dr. Medicus wegen einer Terminkollision absagen, dafür konnten neue Salzburger für den Stammtisch interessiert werden.

Schmeissnero (er steuerte kürzlich sogar noch zum Mozart-Artikel in der WP einige Wortspenden bei), selbst bei den auf der "monumento" vertretenen Orgelrestauratoren wohlbekannt, diskutierte mit Pimpinellus, einem früheren Kulturjournalisten, die Vorzüge der Mozartstadt. Den Beweis, dass es keiner großartigen Lichtinstallation bedurfte, um eine Orgel als wichtiges Kircheninterieur zu fotografieren, stellte Pimpinellus das Bild der großen Orgel aus dem Salzburger Dom zur Verfügung.

Der umtriebige Pimpinellus berichtete auch über die ersten Erfolge auf dem Weg, in München einen Wikimedia-Stützpunkt, das "WikiMUC", zu schaffen. Ähnlich dem "Kontor" in Hamburg oder dem "Lokal K" in Köln, wird das ein Treffpunkt für Wikipedianerinnen und Wikipedianer im süddeutschen Raum, in dem Workshops stattfinden können und permanent gemeinsam an der Verbesserung der Enzylopädie Wikipedia gearbeitet wird. Auch Österreicherinnen und Österreicher sind dort jederzeit willkommen. Gemeinsame Projekte sind angedacht, nicht zuletzt die Zusammenarbeit in der Organisation des Fotowettbewerbs „Wiki Loves Earth“ (Didi43 und Blech)

Im Sommer wird es eine gemeinsame Lehrveranstaltung der Publizistikinstitute der Universitäten Salzburg und Wien geben, bei der es um „Weltkulturerbe, Kulturgüterschutz und Kommunikation“ gehen wird. Die 200-Jahr Feier des Landes und der Stadt Salzburg als Teil Österreichs wird dabei eine Rolle spielen. Wie auch bei anderen Lehrveranstaltungen der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften werden dabei auch die Wikimedia-Projekte Wikiversity und Wkipedia präsentiert. Den Auftakt bildet eine Wikipedia-Präsentation am 7. August 2016 bei einem Wiener Heurigen.

"monumento"

Nach einer Idee der Wikipedianer K@rl und Hubertl aus dem Jahre 2011 (die damals nicht umgesetzt wurde) erfolgte der Besuch bei der "monumento 2016" am 29. Jänner 2016 in Salzburg. Es ging darum, denkmalbegeisterte Wikipedianer aus Deutschland zu treffen, die einen Projektplan der besonderen Art ausgearbeitet hatten: Wikipedia:München/Monumento2016

Darüber hinaus gelang es mit den Denkmalämtern aus Österreichs Nachbarländern Kontakt aufzunehmen, die sämtlich (bis auf Liechtenstein) vertreten waren. Italien war durch die Region Südtirol, Deutschland durch das bayrische Denkmalamt vertreten. Den größten Informationsstand präsentierte natürlich das österreichische Bundesdenkmalamt mit zahlreichen Expertinnen und Experten.

Anders als zwei Jahre zuvor referierten die anwesenden Wikipedianer nicht selbst, sondern lauschten den zahlreichen Fachvorträgen und diskutierten an den Informationsständen. Dokumentationen über die einzelnen Denkmalämter wurden angefertigt und mit Fotos illustriert. Biographien der Verantwortlichen für das kulturelle Erbe sollen folgen.

Beppo, 16. Juni 2016


In memoriam Gerhard Wrodnigg


Was ihr den Geist der Zeiten heißt,

Das ist im Grund der Herren eigner Geist,
In dem die Zeiten sich bespiegeln. (Faust I: 575-577)

Unser Freund, Kollege und Rechnungsprüfer Gerhard Wrodnigg ist am 22. Jänner 2016 viel zu jung verstorben.

Es ist für alle die ihn kannten
sowie auch für Wikimedia Österreich ein großer Verlust.

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